Prozess gegen "Costa Concordia"-Kapitän geht in entscheidende Phase
Lange Haftstrafe droht

Der Mammutprozess gegen den Kapitän der "Costa Concordia" geht drei Jahre nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes in die entscheidende Phase. Heute soll voraussichtlich die Staatsanwaltschaft mit ihrem Plädoyer beginnen, ein Urteil könnte im Februar fallen. Dem einzigen Angeklagten, Francesco Schettino, drohen bis zu 20 Jahre Haft. Mit einem Urteil könnte die juristische Aufarbeitung des Unglücks mit 32 Toten vor der Mittelmeer-Insel Giglio einen Schritt weiterkommen.

Schettino werden unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung und Körperverletzung vorgeworfen. Zudem wird er für den Schaden an dem Schiff verantwortlich gemacht. Er soll den Kreuzfahrtkoloss mit mehr als 4200 Menschen an Bord aus Leichtsinn zu nah an die Insel Giglio gesteuert und das Schiff nach der Havarie im Stich gelassen haben, um sich selbst zu retten.

"Ein lebender Toter"

"Aus juristischer Sicht ist Schettino ein dead man walking", erklärte Opfer-Anwalt Massimiliano Gabrielli. Es gebe kaum einen Zweifel an seiner Verurteilung und egal wie hoch die Strafe ausfalle, hätten Überlebende damit in jedem Fall Anspruch auf Schadenersatz. Insgesamt zwei Tage lang hat die Staatsanwaltschaft vor dem Gericht im toskanischen Grosseto das Wort. Kommende Woche sollen dann die Plädoyers der 39 Anwälte der Nebenklage beginnen, darunter Opferfamilien, die Insel Giglio und die Reederei Costa Crociere, die Entschädigung von Schettino für das zerstörte Schiff verlangt.

Danach darf sich die Verteidigung Schettinos äußern, bevor im Februar ein Urteil fallen könnte. Der Prozess hatte im Juli 2013 begonnen und gilt mit mehr als 1000 Zeugen als eines der größten Verfahren der vergangenen Jahre in Italien.
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