Prozess wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung
Vater unter Verdacht

Symbolbild: dpa
Weiden. (rns) Vergewaltigung beziehungsweise sexuelle Nötigung einer nicht widerstandsfähigen Person. Wegen dieses Vorwurfs muss sich seit Montag ein 43-Jähriger aus dem südöstlichen Landkreis Neustadt/WN vor der Großen Strafkammer des Landgerichts verantworten.

Der geschiedene Arbeiter war im Januar 2010 schon einmal wegen sexuellen Missbrauchs zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte über Jahre hinweg seine zu Beginn der Taten neun und zehn Jahre alten Töchter auf das Übelste missbraucht. Nachdem er 18 Monate in Haft und später einige Zeit zur Therapie im Bezirksklinikum verbracht hatte, war er vorzeitig entlassen worden.

Schilderungen gehen auseinander

Nun soll es, laut Anklage von Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Peter Frischholz, im Februar diesen Jahres zu einer besonders schwerwiegenden Tat gekommen sein. Unstrittig ist - weil vom Angeklagten über seinen Verteidiger Rouven Colbatz eingeräumt -, dass die nun 20-jährige Tochter nach einer Feier mit reichlichem Alkoholgenuss morgens um Vier bei ihrem Vater klingelte, um bei ihm zu übernachten. Was des Weiteren geschah, darüber gehen die Schilderungen auseinander.

Gegenüber der Polizei und Ermittlungsrichter Hubert Windisch hatte die 20-Jährige ausgesagt, sie sei erwacht, als sie - noch reichlich benommen - bemerkt habe, dass ihr Vater mit ihr den Geschlechtsverkehr ausübte. Im Laufe der Vernehmungen berichtete die junge Frau von zahlreichen Vorkommnissen, die seit dem Kindergartenalter geschehen seien. Neben sexuellen Handlungen an sich selbst habe ihr Vater auch an ihr manipuliert, sie zum Oralverkehr gezwungen und sie mit 13 Jahren entjungfert.

Frühere Fälle eingeräumt

Einen Großteil der Fälle, von denen einzelne schon in die Verurteilung vom Januar 2010 eingeflossen waren, gab der Angeklagte zu. Nicht jedoch den Geschlechtsverkehr im Fasching dieses Jahres. Das Eindringen sei für ihn eine "Obergrenze", die er nie überschreiten würde, da er als Kind selbst von einem Mann missbraucht worden sei, sagte der gebürtige Neustädter.

Staatsanwalt Frischholz hielt ihm vor, dass er beim Oralverkehr mit der nur ein Jahr älteren Schwester des Opfers keine "Obergrenze" gekannt hatte. Erschüttert wurden die Darstellungen des 43-Jährigen auch durch die Berichte eines Kripo-Beamten.

Nach seiner Festnahme habe er zu den Beamten gesagt, dass er einen "großen Fehler" gemacht habe, dass er vorgehabt habe, den Beischlaf mit seiner Tochter zu vollziehen, einige sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen habe, aber nach einem Krampf im Bein aufgehört habe, berichtete ein Kriminalhauptkommissar als Zeuge.

Kinderpornografische Bilder

Die Auswertung des Smartphones, auf dem man 125 kinderpornografische Bilder entdeckt habe, habe zudem einen mehrere Tage andauernden SMS-Verkehr zutage gefördert. Darin bettele der Mann um Kontakt mit seiner Tochter, bestreite den Geschlechtsverkehr und halte ihr vor, diejenige gewesen zu sein, die mit dem Sex angefangen habe. Unterschrift: "Dein Papa". Der Prozess wird am Dienstag und Mittwoch jeweils um 9 Uhr fortgesetzt.
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