Prozessauftakt nach Massenkarambolage auf der A 19
"Sandwolke war von jetzt auf gleich da"

Die Sandsturmwolke auf der A 19 bei Rostock, die vor vier Jahren eine Massenkarambolage mit acht Toten auslöste, ist laut Aussage einer Angeklagten urplötzlich aufgetaucht. Die 53-Jährige aus Eisenhüttenstadt bestritt am Donnerstag vor dem Rostocker Amtsgericht den Vorwurf der Anklage, die Wolke sei aus mindestens 650 Metern Entfernung zu sehen gewesen: "Dann hätte ich reagiert. Ich wurde von dieser Wand von jetzt auf gleich erwischt."

Der 53-Jährigen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Sie soll in die Wolke mit einem Tempo von 78 bis 94 Stundenkilometern gefahren sein, ohne das Tempo zu drosseln. Dort fuhr sie den Ermittlungen zufolge auf ein Auto auf, in dem dann ein älteres Ehepaar starb.

"Ich möchte die Chance nutzen, den Verlauf klarzustellen", sagte die Angeklagte. Sie sei von Berlin kommend mit einem Sicherheitsabstand zum Auto vor ihr unterwegs gewesen. Ihr eigenes Tempo an der Wolke habe etwa 80 Stundenkilometer betragen. Sie sei in einer Kolonne unterwegs gewesen, die Autos vor ihr hätten das gleiche Tempo gehabt.

Die Frau, die in einem Kleinbus saß, wurde selbst schwer verletzt. Die 53-Jährige betonte, sie sei eine vorausschauende Fahrerin, bis zu dem Unglück auf der A19 habe sie keinen Unfall gehabt. Die Staatsanwaltschaft stützt den Vorwurf, dass die Wolke aus großer Distanz zu sehen gewesen sei, auf Zeugen. Am Unfall waren 80 Fahrzeuge beteiligt. Acht Menschen starben, 130 wurden verletzt.
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