Puppe statt Patient

Crew Resource Management hat sehr viel mit Psychologie zu tun. Deshalb hat nach Angaben von Oberarzt Dr. Michael St.Pierre von der anästhesiologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen die Luftfahrt früh begonnen, bei den Trainings Psychologen einzusetzen. Dies habe anfangs sehr am Ego mancher Flugkapitäne gekratzt, die sagten: "Ich lass mir doch nicht von einem Psychologen sagen, wie ich ein Flugzeug zu fliegen habe." Manche Fluggesellschaften wie zum Beispiel die Lufthansa schicken ihre Piloten alle Vierteljahr in den Simulator, andere Fluggesellschaften hingegen tun dies in größeren Abständen.

Die anästhesiologische Klinik am Universitätsklinikum Erlangen setzt ebenfalls auf die Simulation. In Rollenspielen werden Notfälle trainiert. Laut Michael St.Pierre gibt es dafür Räume, die wie ein OP oder eine Intensivstation ausschauen. Puppen, die atmen können, ihre Augen öffnen und schließen, von denen ein EKG abgeleitet werden und deren Sauerstoffgehalt im Blut über die Pulsoxymetrie gemessen werden kann, dienen als Patienten. "Das ist schon sehr realitätsnah", sagt der Anästhesist über das Training. Je größer der Stress werde, desto schneller vergessen die Teilnehmer, dass es eine Simulation ist, so seine Erfahrung. (san)
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