Ratlos, aber nicht untätig
Angemerkt

"So sieht also Weltgeschichte in der Nähe aus; man sieht nichts." Das schrieb Robert Musil in einem Essay "Das hilflose Europa" in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Das passt 1922 genauso wie 2015.

Der massive Zustrom an Flüchtlingen ist einmalig und wird Einzug in die Geschichtsbücher finden. Doch hilflos hangeln wir uns von Prophezeiungen vom Untergang Deutschlands bis hin zu spontanen Solidaritätsbezeugungen. Kurz: Wir tappen im Dunkeln.

Die Helfer am Passauer Bahnhof machen Hoffnung, dass das alles nicht in einer Katastrophe enden wird. Vollkommen eigenständig schaffen sie Netzwerke, die Hilfsangebote Hunderter Menschen koordinieren. Asylbewerber kommen und unterstützen ihre Landsleuten bei deren ersten Schritten zur Integration. Leute, die wirklich helfen wollen, organisieren sich. Schnell und unbürokratisch. Alle anderen haben ihre Ruhe.

beate.luber@derneuetag.de

Kurz notiert 110 000 Flüchtlinge bisher in Bayern

München.(dpa) Die Zahl der in Bayern untergebrachten Flüchtlinge hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdreifacht. Derzeit sind es rund 110 000 Menschen, wie ein Sprecher des Sozialministeriums am Montag sagte. Damit ist bereits die Zahl erreicht, die Sozialministerin Emilia Müller (CSU) Anfang August noch bis Jahresende erwartet hatte. Zum Vergleich: 2014 waren insgesamt 33 000 Asylbewerber in Bayern untergebracht worden. Eine neue Prognose will die Staatsregierung nicht abgeben, da sich die Lage wöchentlich ändert.

Brand in Asylbewerberheim

Saalfeld.(dpa) Nach einem Brand in einem Asylbewerberheim in Saalfeld (Thüringen) ist eine Leiche gefunden worden. Das teilte die Polizei in Erfurt mit. Die Todesursache und Identität des oder der Toten waren unklar. Auch zur Brandursache und zum Standort des Heims machte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben. Das Feuer wurde nach Angaben einer Polizeisprecherin bis zum Montagabend gelöscht.

Juncker kommt nach Passau

Passau.(epd) Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, wird für Donnerstag in Passau erwartet. Juncker wolle sich in der Erstregistrierungsstelle der Bundespolizei für Flüchtlinge über die Lage vor Ort informieren, sagte Steffen Schulz, Sprecher der Vertretung der EU-Kommission. Es seien Gespräche mit Flüchtlingen, Polizisten und ehrenamtlichen Helfern vorgesehen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Themen des Tages (14863)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.