Reaktionen: Ilse Aigner zwischen allen Stühlen

"Ich bin total verärgert, dass die Energieministerin jetzt jede Verantwortung nach Berlin abschiebt", sagte die SPD-Energieexpertin Natascha Kohnen zum Energiedialog. Offenbar solle Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zum Sündenbock gemacht werden. Martin Stümpfig (Grüne) sprach von einer "herben Enttäuschung". In zentralen Streitfragen habe es keine Entscheidungen gegeben.

Der Tirschenreuther CSU-Abgeordnete Tobias Reiß zeigte sich zuversichtlich, "dass die Stromtrasse durch unsere Heimat nicht kommen wird". Der Handlungsauftrag für Seehofer sei klar: "Die Versorgungssicherheit Bayerns muss ohne die umstrittenen Trassen gewährleistet werden", so Reiß. Der Weidener CSU-Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht sah sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass es für die Südost-Passage "keine zwingende Notwendigkeit" gebe. Unabhängig davon sei der angedachte Trassenverlauf durch den Steinwald und das Fichtelgebirge ein "inakzeptabler Eingriff in die Natur und Landschaft und daher strikt abzulehnen". Nach Einschätzung des Bayreuther SPD-Abgeordneten Christoph Rabenstein hat der massive Bürgerprotest Früchte getragen. Nur ihm sei es zu verdanken, dass die Staatsregierung reagiert habe. Beim Bund Naturschutz hieß es, der Energiedialog habe "positiver geendet als befürchtet". Dies gelte sowohl für die Trassenfrage wie die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, sagte BN-Landeschef Hubert Weiger . Noch immer aber unterschätze Aigner die Potenziale von erhöhter Energieeffizienz und Stromsparen. Bertram Brossardt , Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, forderte von der Staatsregierung noch im Februar ein Gesamtkonzept zur Energieversorgung. Er setze auf Ertüchtigung des Stromnetzes, neue Gaskraftwerke zur Abdeckung von Spitzenlasten und "einem Stück weit Trassenneubau". Peter Driessen vom Industrie- und Handelskammertag ging davon aus, dass es ohne Trassenneubau nicht abgehen werde. Die Frage sei, wie viel Seehofer in Berlin herausholen könne. (jum)
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