Rechtsfehler im Missbrauchsprozess
Aus der Region

Amberg/Schwandorf. (hou) Mit ihrer Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Staatsanwaltschaft Amberg erreicht, dass ein spektakulärer Fall neu verhandelt werden muss. Dabei geht es um einen 34-Jährigen aus Schwandorf, der in dem Verdacht steht, drei Frauen mit dem überdosiert verabreichten Beruhigungsmittel "Diazepam" willenlos gemacht und dann sexuell missbraucht zu haben.

Bei einem Prozess im Februar 2014 hatte eine Strafkammer des Landgerichts Amberg den Mann zu drei Jahren Haft verurteilt. Dies geschah wegen gefährlicher Körperverletzung. Im Hinblick auf die angeklagten sexuellen Übergriffe war der 34-Jährige freigesprochen worden. Die Amberger Richter vertraten in ihrem Urteil die Auffassung, diese Delikte hätten sich nicht mit letzter Sicherheit nachweisen lassen. Der 1. Strafsenat des BGH ist nun nach einer Überprüfung dieser Entscheidung zu der Meinung gelangt, es seien "Rechtsfehler" gemacht und Indizien nicht so geprüft worden, wie das hätte erwartet werden können.

Nun muss eine andere Strafkammer des Landgerichts Amberg den Fall neu aufrollen. Als nicht ausgeschlossen gilt nach der Aufhebung des Ersturteils, dass der mutmaßliche Täter mit einer weitaus höheren Strafe rechnen muss. Nur eines der Opfer war seinerzeit namentlich bekannt. Von den beiden anderen existierten lediglich Videoaufnahmen, die auf einem Handy des Beschuldigten gefunden worden waren. Sie hatten sich trotz intensiver Bemühungen der Staatsanwaltschaft nie gemeldet. Auch der Verurteilte hatte Revision eingelegt. Sie wurde durch die Karlsruher Bundesrichter zurückgewiesen.

Handel mit illegalen Böllern explodiert

Regensburg. (nt/az) Immer mehr Menschen decken sich in der Oberpfalz mit illegalen Raketen und Böllern aus Tschechien ein. Allein zum Jahreswechsel wurden an den ehemaligen Grenzübergängen fast 3300 Raketen, Böller und Kracher ohne die erforderlichen Prüfzeichen beschlagnahmt, wie das Hauptzollamt Regensburg am Mittwoch mitteilte. Diese Zahl sei deutlich höher als in den vergangenen Jahren, sagte ein Sprecher der Behörde. Gegen 27 Verdächtige wurden Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz eingeleitet. Zudem stellten die Zöllner unerlaubte Waffen wie Schlagringe, Elektroschocker, Messer und eine Schreckschusspistole sicher.

Illegaler Handel mit Anabolika

Weiden. (nt/az) Ein aus Weiden stammender, 44-jähriger Bodybuilding-Weltmeister ist vom Amtsgericht Weiden am Mittwoch wegen Handels und Besitzes von Anabolika zu einer Geldstrafe von 6500 Euro verurteilt worden. Der Angeklagte beteuerte vor Gericht seine Unschuld: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich bin kein Dopinghändler. Es gibt einfach Leute, die mich nicht leiden können und mir das untergeschoben haben." Das Komplott nahm ihm der Richter aber nicht ab.

Die Behörden hatten mehrere Monate das Telefon des 44-Jährigen überwacht und auch seine Wohnung durchsucht, nachdem ein anonymer Zeuge einen Tipp gegeben hatte. Bei der Hausdurchsuchung fanden die Ermittler die illegalen Medikamente.
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