Rechtspopulisten hoffen auf weiteren Zuspruch
Wasser auf Mühlen

Rechtspopulistische Parteien in Europa fühlen sich durch den Terror in Frankreich in ihrer Haltung bestätigt. Eine Auswahl:

Deutschland: Die AfD wertete den Anschlag als Bestätigung für ihre Forderung nach "gesteuerter Zuwanderung". Der Vize-Parteichef Hans-Olaf Henkel beklagte, "dass eine ehrliche Diskussion über die Auswüchse des Islam nur in Deutschland mit einem Tabu belegt" sei. Andere Politiker der Alternative für Deutschland (AfD) sahen in dem Terrorangriff eine Rechtfertigung für die Kundgebungen der Pegida ("Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes").

Niederlande: Der Rechtspopulist Geert Wilders, der schon 2008 den Koran als ideologische Basis der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA bezeichnet hatte, legte direkt nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" auf der Website seiner Partei für die Freiheit nach: "Es ist der Islam, der immer wieder die Mörder inspiriert. Es ist Mohammed, es ist der Koran - das ist das Problem."

Tschechien: Die ausländerfeindliche Splitterpartei Morgenröte der direkten Demokratie sieht sich in ihrer Kritik am Islam bestätigt. "Ich werde alles tun, damit diese hasserfüllte und überhebliche Ideologie bei uns keine Wurzeln schlägt", sagte ihr Chef Tomio Okamura. Der Parlamentsabgeordnete hat zu einem Boykott aufgerufen. "Jeder gekaufte Kebab ist nur ein weiterer Schritt hin zu Burkas."

Schweiz: Der Abgeordnete Walter Wobmann von der national-konservative Volkspartei (SVP) forderte die Schweiz solle keine islamischen Asylbewerber aus dem Irak und aus Syrien mehr aufnehmen. Denn auf diese Art könnten sich Terroristen einschleusen. Es gebe genügend Verfolgte anderer Religionen, die Schutz bräuchten, und denen die Schweiz auch Schutz gewähren sollte, zitierte ihn die Tageszeitung "Blick".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.