Regensburg packt Flüchtlinge in Turnhalle

Was es nicht gibt, das kaufen wir einfach, es wird nicht am Geld scheitern.

Für einige Wochen wird es für die Sportler in Regensburg eng. Oberbürgemeister Joachim Wolbergs will Flüchtlinge in eine Turnhalle packen. Einen anderen Krisenplan schmiedet das Kabinett in München - und dieser nimmt jede Stadt und jeden Kreis in die Pflicht.

(KNA/dpa/bdl) Mit einem "Winter-Notfallplan" will sich Bayerns Staatsregierung auf die Ankunft neuer Flüchtlinge vorbereiten. Die Planungen, die Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) am Dienstag vorstellte, sehen kurzfristige Kapazitäten für 200 bis 300 Asylsuchende in allen 71 Kreisen und 25 kreisfreien Städten vor. Gedacht ist vor allem an Mehrzweckhallen. Jede der 96 Kommunen hat zwei Wochen Zeit, eine Notunterkunft zu suchen. Insgesamt sollen so 20 000 bis 30 000 Flüchtlinge versorgt werden.

Unterdessen nimmt die Stadt Regensburg weitere 150 bis 200 Flüchtlinge auf. "Es soll Druck aus München abgebaut werden", sagte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs am Dienstag. Er will sie zunächst in der Turnhalle der Clermont Ferrand Mittelschule unterbringen. Ab heute wird diese Sporthalle für zwei bis drei Wochen für den Schulsport gesperrt sein. Für Unbefugte bestehe ein Hausverbot. Wolbergs bat, ihnen Ruhe zu gönnen. Erst in der Nacht zum Montag waren 77 Flüchtlinge angekommen. Sie seien schwer traumatisiert, teilweise verletzt und verängstigt und bräuchten erst einmal Ruhe. "In Regensburg sind sie auf der sicheren Seite", sagte Wolbergs.

Nach den Plänen der Staatsregierung sollen die Flüchtlinge in den neuen Notunterkünften maximal fünf Wochen bleiben. Die zweite Stufe des Plans sieht vor, dass Kreise und Städte Grundstücke für Containersiedlungen nennen. Dort sollen die Flüchtlinge dann zwei bis drei Monate bleiben. In der dritten Stufe werden temporäre Gebäude geplant, die innerhalb weniger Wochen aufgebaut werden können und in denen Flüchtlinge für einige Jahre untergebracht werden sollen.

Gleichzeitig will Bayern die medizinische Versorgung verbessern. "Die Menschen, die kommen, kommen nicht aus dem Urlaub, sondern die haben eine Flucht hinter sich", sagte Huber. Viele seien in schlechtem Gesundheitszustand. Für sie soll es in den Unterkünften ein "festes medizinisches Angebot" geben.
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