Regensburger Mediziner erforschen Elektro-Sensibilität
Die Angst vor der unsichtbaren Kraft

Elektromagnetische Felder: eine unsichtbare Kraft, deren Wirkung nicht vollends erforscht ist. Das macht den Menschen Angst, vor allem, was gesundheitliche Auswirkungen angeht. Eine Regensburger Arbeitsgruppe befasst sich schon seit 1998 mit dem Thema Elektrosensibilität. Einbezogen ist auch das Bezirkskrankenhaus Wöllershof.

Die Arbeitsgruppe "Umweltmedizin" um den Psychologen Dr. Ulrich Frick und den Mediziner Dr. Peter Eichhammer sucht nun auch in der nördlichen Oberpfalz Probanden: Personen, die vermuten, dass sie für die Wirkung von elektromagnetischen Feldern besonders sensibel sind.

Warnung vor Schäden

In Zusammenarbeit mit dem Schlaflabor am Bezirkskrankenhaus Wöllershof sollen solche Teilnehmer an der Studie gefunden werden. Dieser "Mobilfunkstudie" der Regensburger und Wöllershofer, die Teil des breit angelegten Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms ist, ging eine Machbarkeitsstudie voraus. Nun wird die Hauptstudie in Angriff genommen.

Symptome und Beschwerden, die manche Leute an sich feststellen und auf elektromagnetische Felder zurückführen, sollen gründlich untersucht werden. Elektromagnetischen Feldern unterschiedlichster Quellen war die Bevölkerung schon vor der Einführung von Mobilfunk, digitalen schnurlosen Telefonen und kabellosen Netzwerken ausgesetzt. Doch gab es damals keine öffentliche Diskussion um mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Seit dem Ausbau des UMTS-Netzes und der kontinuierlichen Entwicklung der Kommunikationstechnologien werden die Stimmen immer lauter, die vor Schäden warnen. Die Arbeitsgruppe Umweltmedizin misst die Beschwerden der Probanden mit einer eigens entwickelten standardisierten Liste, die sie mit dem Beschwerdenniveau des Bevölkerungsdurchschnitts vergleicht.

Zur Untersuchung gehört auch eine Magnetstimulation durch den Schädelknochen hindurch. Dieses so genannte "transkranielle", schmerzfreie und ungefährliche Verfahren gibt es seit rund 20 Jahren. Es wurde aber erst von den Regensburger Forschern für die Untersuchung von Elektrosensibilität entdeckt. Mit ihm kann die subjektive Wahrnehmung von magnetischen Einzelimpulsen ebenso verlässlich gemessen werden wie eine objektive Erregbarkeit der Nervenzellen.

Bessere Vorsorge

Alle Personen, die unter Beschwerden im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern leiden, sind als Probanden willkommen. Die Studie will herausfinden, ob es eine Bevölkerungsgruppe gibt, die sensibler, genauer und zuverlässiger als der Bevölkerungsdurchschnitt auf Magnetfelder reagiert. Auch die gesundheitlichen Folgen werden bei den medizinischen Untersuchungen abgeklärt.

Später sollen aus den gewonnenen Erkenntnissen Therapiemöglichkeiten und verbesserte Vorsorgemaßnahmen abgeleitet werden. Interessierte Leser können sich noch bis Jahresende direkt in der Regensburger Studienzentrale bei Diplom-Psychologin Simone Hauser, Telefon 0941/ 941-1620, E-Mail: simone.hauser

@medbo.de, melden oder im Schlaflabor Wöllershof, Telefon 09602/78426 anrufen.
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