Regierung macht Dampf

E-Shishas sind bunt und sehen auf den ersten Blick aus wie Stifte. Sie sind erst seit etwa eineinhalb Jahren auf dem deutschen Markt und eine Variante der E-Zigarette. Sie heißen so, weil das Mundstück dem einer Wasserpfeife ähnelt. Sie sind wegen ihres süßen Geschmacks vor allem bei Schülern begehrt. Fachleute raten allerdings nicht nur aus gesundheitlichen Gründen ab. Bild: dpa

E-Shishas sind bunt und schmecken nach Mango, Apfel oder Zuckerwatte. Kein Wunder, dass Jugendliche da bedenkenlos zugreifen. Experten warnen vor den Gesundheitsgefahren. Nun handelt die Bundesregierung.

Sie will Kinder und Jugendliche besser vor E-Zigaretten und E-Shishas schützen. Dafür soll der Verkauf der Produkte - ob mit Nikotin oder ohne - an Minderjährige noch in diesem Jahr verboten werden. Das kündigte Bundesjugendministerin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag in Berlin an. Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) will außerdem nikotinfreie E-Zigaretten den nikotinhaltigen gleichstellen. Das würde Hinweispflichten auf der Verpackung oder Werbebeschränkungen bedeuten.

Bisher fallen die elektronischen Zigaretten in eine Gesetzeslücke, weil sie keinen Tabak enthalten - inhaliert wird eine vernebelte Flüssigkeit. Mehrere Studien zeigen, dass die Inhaltsstoffe gesundheitsschädigend sind. Experten sehen Kinder und Jugendliche vor allem durch E-Shishas (elektrische Wasserpfeifen) gefährdet, die wie bunte Stifte aussehen und nach Früchten oder Zuckerwatte schmecken. Außerdem können sie ans Rauchen gewöhnen.

Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler begrüßte die Pläne. Neueste Zahlen zeigten, dass im vergangenen Jahr unter den 16- bis 19-Jährigen gut jeder Vierte (27 Prozent) E-Zigaretten schon einmal ausprobiert habe - nach 8 Prozent im Jahr 2013. "Der sprunghafte Anstieg zeigt die fatale verlockende Wirkung der neuen E-Produkte auf Kinder und Jugendliche", sagte Mortler der Deutschen Presse-Agentur.

Auch der Verband des E-Zigarettenhandels unterstützt ein Verbot für Minderjährige. E-Zigaretten seien "nur für erwachsene Tabakraucher entwickelt worden", teilte ein Sprecher der dpa mit.

Das Verkaufsverbot, das über eine Änderung des Jugendschutzgesetzes umgesetzt wird, soll auch für den Versand- und Internethandel gelten. Die strengeren Regeln für den Handel mit nikotinfreien E-Zigaretten sind Teil der neuen EU-Tabakrichtlinie, die bis spätestens Anfang 2016 deutsches Recht werden soll.
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