Regierung will Urbanisierung mit "Smart Cities" in geordnete Bahnen lenken
Indien baut 100 Millionenstädte

Das aufstrebende Schwellenland Indien will in den kommenden Jahren 100 sogenannte Smart Cities bauen und Wohnraum für die ganze Bevölkerung zur Verfügung stellen. Die neuen Millionen-Städte sollen durchgeplant, mit modernen Technologien vernetzt, energieeffizient sowie mit öffentlichem Nahverkehr ausgestattet sein.

"Eine Smart City ist eine Metropole, die mehr bietet, als der Bürger erwartet. Ehe er es will, stellen wir es bereit", sagte Indiens Premierminister Narendra Modi zum Start des Programms. In Indien gibt es schon mehr als 50 Millionenstädte. Nach UN-Schätzungen werden zwischen 2015 und 2050 noch einmal 404 Millionen Bewohner in den Städten hinzukommen.

Die Smart Cities, die wohl meist Satellitenstädte sein werden, sollen Druck von den rapide expandierenden Metropolen nehmen. Wo sie entstehen werden, ist noch unklar. Dies werde in einem Wettbewerb entschieden, teilte das Stadtentwicklungsministerium in Neu Delhi mit. Außerdem sollen bis zum Jahr 2022 rund 20 Millionen Häuser für ärmere Menschen gebaut werden.

Doch es gibt auch Kritik: Die 842 Millionen Euro für die Smart Cities sollten nicht nur für die bereits verhätschelte Mittelklasse ausgegeben werden, sondern für integrierte Städte, sagt der indische Architekt und Autor Gautam Bhatia. "Lösungen gibt es nur, wenn die Reichen und Armen zusammen leben - wie es in alten indischen Städten üblich war", sagt er.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.