Regionale Werbung: Staatsregierung hält an Öffnung fest
Sorge um die Großen

Ungeachtet der Proteste von Zeitungsverlegern und lokalen Fernseh- und Hörfunksendern hält Bayern vorerst daran fest, die regionalen Werbemärkte für bundesweite TV-Anbieter zu öffnen.

Im Landtag verteidigte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner die Haltung von Regierungschef Horst Seehofer, der mit seinem Veto auf der Ministerpräsidentenkonferenz ein Verbot regionalisierter Werbung in bundesweiten TV-Sendern zu Fall gebracht hatte. Aigner begründete dies unter anderem mit den Interessen der in Unterföhrung ansässigen Sendergruppe Prosieben-Sat1. Man werde nun versuchen, eine für alle akzeptable Lösung im Konsens zu finden. Weil Internet-Konzerne wie Google oder Facebook immer mehr Werbegeld abziehen, wollen die privaten deutschen TV-Sender dies nun durch Werbespots regionaler Unternehmen kompensieren, die bislang in Tageszeitungen und Lokalsendern inseriert haben. Allein die Zeitungsverlage befürchten Einnahmeausfälle von 280 Millionen Euro im Jahr. Die Opposition teilt die Sorgen. "Regionale Werbemärkte müssen für nationale Konzerne und Global Player tabu bleiben", forderte SPD-Medienpolitikerin Martina Fehlner. Es gelte, die "Medienvielfalt in Bayern mit allen Mitteln zu verteidigen", ergänzte Markus Ganserer (Grüne).
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