Regionalkooperation Oberpfalz-Pilsen will bei Schienenausbau nach Prag anschieben
Grenzraum ist am Zug

Zwei, die sich verstehen: der Pilsener Hauptmann Václav Slajs (links) und Regierungspräsident Axel Bartelt. Bild: Gibbs
Die Regionalkooperation Oberpfalz-Region Pilsen drängt auf eine Verbesserung der Schienenanbindung von München nach Prag. Am Dienstag wurde in Regensburg eine Partnerschaftserklärung für die weitere Zusammenarbeit unterzeichnet. Ein heikles Thema kam nur am Rande auf den Tisch.

Die vom Oberpfälzer Regierungspräsidenten Axel Bartelt und dem Hauptmann der Region Pilsen, Václav Slajs, unterzeichnete Partnerschaftserklärung für die weitere Zusammenarbeit ist Voraussetzung für einen Förderantrag, der Anfang 2016 gestellt werden soll: Die Regionalkooperation erhofft sich eine EU-Förderung von 150 000 Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

Mit dem Geld sollen weitere Projekte angestoßen und begleitet werden. Laut Regierung ist ein Volumen von 10 bis 15 Millionen Euro anvisiert. Unter anderem sollen grenzübergreifende Schulprojekte und Sprachanimationskurse in Kindergärten und Schulen unterstützt werden. Auf die Fahnen geschrieben hat sich die Regionalkooperation auch, den Ausbau der Schienenanbindung München-Regensburg-Pilsen-Prag voranzutreiben. Bayern habe in alle Richtungen hervorragende Verkehrsverbindungen, nur per Zug nach Tschechien nicht, sagte Bartelt. Keine Konkurrenz sieht er im ebenfalls geforderten Ausbau der Strecke Nürnberg-Schwandorf-Pilsen-Prag. Es sollten möglichst beide Trassen in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden. Dies werde man den Entscheidungsträgern in Berlin explizit mitteilen.

Während des Treffens schilderte Bartelt seinem Pilsener Kollegen auch, inwiefern sein Bezirk durch den Flüchtlingszustrom gefordert ist. "Ich habe bei unseren tschechischen Nachbarn um Verständnis für unsere Situation geworben." Ein etwas delikates Thema: Tschechien hat bislang vergleichsweise wenige Asylbewerber aufgenommen und wehrt sich gegen eine feste Flüchtlingsquote.

Gekrönt wurde der zweitägige Besuch der tschechischen Delegation in Regensburg von einem gemeinsamen Besuch des Christkindlmarktes in Regensburg, einem Treffen mit dem Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und einem Abstecher auf die jüngst renovierte Burg Falkenberg (Kreis Tirschenreuth).
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