Reinhard Lenz, Leiter des Forstbetriebs Schnaittenbach, warnt vor Waldbrandgefahr
Kleiner Funke genügt

Schnaittenbach. (ads) Auch die wenigen heftigen Gewitter mit Platzregen haben die derzeitige akute hohe Waldbrandgefahr nicht gebannt. Der Leiter des Forstbetriebs Schnaittenbach, Reinhard Lenz, appelliert an die Bevölkerung im Wald derzeit weder zu rauchen, Feuer zu machen oder gar zu grillen. Wer eine Rauchentwicklung im Wald entdecke, solle sofort per Handy die Feuerwehr alarmieren, denn bei Waldbrand ist jede Sekunde wichtig, macht der Forstbetriebsleiter klar.

Das Ehenbachtal und die Schweinfurther Gegend sind laut Lenz die extremsten Trockengebiete Bayerns. In diesem Jahr fehle laut Lenz die Winterfeuchtigkeit und im Frühjahr wäre auch wenig Regen gefallen und der ständige Wind hätte zusätzlich die Böden ausgetrocknet. Laut seinen Aussagen seien heuer gerade einmal die halbe Niederschlagsmenge zwischen März und Juli gemessen worden als es üblich sei.

Reinhard Lenz macht auf die Zeichen der extremen Trockenheit in der Natur aufmerksam und meint, dass man heuer nicht vom Grünland, sondern vom Braunland sprechen könne. Beim Mais würden sich die Blätter ringeln, die Heidelbeere hätte zwar eine gute Blüte gehabt, aber durch die Trockenheit seien die Beeren sehr klein, dafür aber süß.

Bei den Bäumen hätten die Birken- und Buchenblätter bereits Herbstfärbung, die Linden verlören ihre Blätter sogar schon. Die Lärche habe die Knospenbildung bereits abgeschlossen, was sonst erst Mitte September der Fall sei.

Fazit des Forstbetriebsleiters: "Die Natur schützt sich vor der Trockenheit und so ziehen die Bäume ihren Saft bereits jetzt sechs Wochen früher als üblich ein, sie gehen auf Stand by Modus, würden aber Regen dankbar zur Kenntnis nehmen".

Lenz unterscheidet die Eiche mit ihren tiefen Wurzeln von der Fichte als Flachwurzler. Letztere habe bei längerer Trockenheit enormen Wasserstress. Er erklärt, dass heuer auch die durch die Trockenheit verursachten Risse im Boden, durch die auch das Wurzelwerk der Bäume geschädigt würde, sehr heftig seien. Sie rufe auch den Borkenkäfer auf den Plan rufe.

Trotz der extremen Trockenheit spricht Lenz nicht von Naturkatastrophe, denn er weiß, dass die Natur keine Katastrophen kennt, sondern sich den veränderten Bedingungen bestmöglich anpasst.

Vorrangig macht er aber auf die extreme Waldbrandgefahr aufmerksam, die derzeit mit Stufe 4 bis 5 ihr höchstes Niveau erreicht habe. "Gebannt ist die Waldbrandgefahr erst dann, wenn der heiß ersehnte Regen kommt - nicht ein kurzer, heftiger Platzregen im Rahmen eines Gewitters, sondern ein langsamer Landregen über mehrere Tage", betonte Lenz. "Nicht rauchen, Feuer machen und grillen im Wald und bei einer gesichteten Rauchentwicklung im Wald sofort die Feuerwehr alarmieren", lautet sein Appell.
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