Reisedurchfall ohne Antibiotika bekämpfen
Hygiene im Blick

Reisedurchfall erwischt viele Urlauber und kann äußerst lästig sein. Antibiotika zur Behandlung sind aber in den meisten Fällen nicht sinnvoll. Das Centrum für Reisemedizin (CRM) rät zur Zurückhaltung und beruft sich auf eine Studie aus der Fachzeitschrift "Clinical Infectious Diseases". Demnach erhöht sich durch die Einnahme von Antibiotika das Risiko, dass sich multiresistente Bakterien im Darm ansiedeln.

Laut der Studie kehrt jeder fünfte Tourist aus Ländern mit niedrigen Hygienestandards mit multiresistenten Darmbakterien in die Heimat zurück. Wer unterwegs Durchfall bekam, hatte ein höheres Risiko. Dieses steigerte sich noch einmal, wenn gegen die Beschwerden Antibiotika eingenommen wurden. Gewöhnliche Reisedurchfälle heilten nach kurzer Zeit von allein wieder aus, erklärt das CRM. Erst wenn der Durchfall schleimig-blutig ist oder mit anhaltendem Fieber einhergeht, seien Antibiotika unvermeidlich. Dann sollte allerdings auch ein Arzt aufgesucht werden.

Um Durchfall auf Reisen zu vermeiden, achten Urlauber am besten auf sauberes Trinkwasser und hygienisch einwandfreie Lebensmittel. In vielen Ländern empfiehlt es sich, nur Flaschenwasser zu trinken. Auch regelmäßiges Händewaschen kann Durchfall vorbeugen. Wer doch erwischt wird, sollte viel trinken und die verloren gegangenen Elektrolyte ersetzen, etwa durch Trinkmischungen in Pulverform aus der Apotheke. (dpa/tmn)
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8668)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.