Rekordhoch bei Beschäftigung in Bayern
Arbeitslosenzahl stagniert

Experten hatten es erwartet: Auf dem Arbeitsmarkt in Bayern hat sich zuletzt nahezu nichts getan. Erfreulich sind vor allem die neuesten Zahlen zur Beschäftigung. Diese ist hoch wie nie. Bild: dpa
Nürnberg. (dpa/lby) Die Zahl der Menschen mit einem regulären Job hat in Bayern ein Rekordhoch erreicht. Gleichzeitig ist die Zahl der Arbeitslosen nahezu unverändert geblieben, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Erwerbslosenzahl lag im November bei etwa 242.000 - damit waren nur 90 Menschen mehr ohne Job als im Vormonat.

Besonders erfreulich war die Entwicklung bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung - sie erreichte nach den aktuellen Zahlen im September den Rekordwert von 5,149 Millionen Menschen. Im September legt diese zwar saisonal bedingt fast immer zu - denn viele Betriebe stellen nach den Sommerferien wieder deutlich mehr ein und zahlreiche Ausbildungsverhältnisse beginnen. Doch auch im Vergleich mit dem vergangenen Jahr zeigte sich ein deutlicher Zuwachs von etwa 105.500 Menschen oder 2,1 Prozent.



Dass die Arbeitslosenzahlen nicht gestiegen sind, lag an den milden Temperaturen im November. Im Bau- und vor allem im Gastgewerbe konnten daher viele Saisonkräfte weiter arbeiten. «War allerdings noch im letzten Jahr ein moderater Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat zu beobachten, reduzierte er sich in diesem Jahr auf fast Null», sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. Entgegen dem Bundestrend steigt die Arbeitslosenzahl in Bayern im November witterungsbedingt häufig.

Die Arbeitslosenquote liegt weiter bei 3,4 Prozent. Auch Experten hatten erwartet, dass der Arbeitsmarkt im November im Freistaat stagniert. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosenzahl um 1,3 Prozent.

Positiv ist, dass die Unternehmen weiter nach Arbeitskräften suchen. Den Arbeitsagenturen und Jobcentern wurden im November fast 25.400 offene Stellen gemeldet. Das sind zwar sieben Prozent weniger als im Oktober, aber ebenfalls sieben Prozent mehr als im Vorjahr. «Die bayerischen Betriebe zeigen nach wie vor eine sehr gute Einstellungsbereitschaft», sagte Holtzwart. Es überwiege nach wie vor gute Stimmung. Zu den stärksten Branchen zählen weiter der Handel, das Verarbeitende Gewerbe sowie das Gesundheits- und Sozialwesen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Bayern forderte die Arbeitgeber auf, in Zeiten einer günstigen Wirtschaftslage auch die Arbeitsbedingungen zu verbessern. «Niedrige Einkommen, stark wechselnde Arbeitsbelastungen und unsichere Arbeit erschweren jungen Menschen die eigene Zukunfts- und Familienplanung», sagte der bayerische DGB-Chef Matthias Jena. «Gerade im Hinblick auf den von den Unternehmen prophezeiten Fachkräftemangel ist diese Entwicklung unverständlich.»

Die Arbeitslosenquote lag in allen bayerischen Regierungsbezirken unter dem Bundesdurchschnitt von 6,3 Prozent. Sie reichte von 3 Prozent in Niederbayern und der Oberpfalz bis 4,4 Prozent in Mittelfranken.
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