Rentnerin überweist 8.000 Euro an Betrüger
Nicht die feine englische Art

Symbolbild: dpa
Amberg. (zm) Nur beste Kreise waren da unterwegs. Ein englischer General und ein österreichischer Diplomat. Kennengelernt hat eine Ambergerin (70) beide per Internet-Partnerbörse. Jetzt sind sie weg, die feinen Herren und 8000 Euro.

Entsprechende Foren gehörten offenbar zur Freizeitbeschäftigung der Seniorin. Die Polizei spricht von einer "rüstigen Rentnerin", die "in verschiedenen Partnerbörsen im Internet unterwegs war". So kam jedenfalls der Kontakt zu einem vermeintlichen englischen General zustande. Der Unbekannte fackelte nicht lange und tischte eine im Nachhinein mehr als dreiste Geschichte auf, die nüchtern betrachtet, nichts anderes als eine der Betrugsmaschen aus der Enkel-Trickkiste sein kann.

Der Millionen-Schatz

Demnach weilte Herr General im Auftrag Ihrer Majestät gerade zu einem Einsatz in Afghanistan. Patrouillen gehören da zum Alltagsgeschäft, und bei einer dieser Touren, so machte der stramme Soldat der Seniorin glauben, habe er einen unbeschreiblichen Schatz gefunden: nicht weniger als 168 Millionen US-Dollar in einer Kiste, die in einer Lagerhalle herumgestanden sei.

Nun, so der generalstabsmäßige Plan, solle dieses Geld außer Landes und natürlich in Sicherheit gebracht werden. Zu dieser Kommandosache benötige er die Hilfe der Oberpfälzerin, zog die Internet-Bekanntschaft die Rentnerin ins Vertrauen, und brauche 3000 Euro, um die Kiste am afghanischen Zoll vorbeischleusen zu können. Wenig später war der Preis gestiegen und jetzt von 8000 Euro die Rede. Schließlich müssten auch noch Flughafenchefs bestochen werden.

Diplomatische Diskretion

Derweil trat ein österreichischer Diplomat als vertraulicher Mittelsmann auf den Plan. Über ihn könne die Zahlung diskret abgewickelt werden. Dazu benannte der vornehme Herr eine Adresse, über die per des weltweit tätigen Bargeld-Dienstleisters Western Union die Transaktion laufen sollte. Die Seniorin ließ sich überreden, hob 8000 Euro von ihrem Konto ab und verschickte das Geld.

"Danach brach der Kontakt zum ,englischen General' und zum ,österreichischen Diplomaten', wie zu erwarten, ab", heißt das Ende vom Lied im Polizeibericht. Die Transaktion fand bereits vor einem Monat statt. Erst jetzt konnte sich die geprellte 70-Jährige Ambergerin zu einer Anzeige bei der Polizeiinspektion durchringen. Gerne hätten die Ermittler auch gewusst, was denn für die Seniorin bei dem Clou hätte herausspringen sollen. Doch da hüllte sie sich in vornehmes Schweigen.
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