Restmüll statt Abfluss

Melanie Huml, Ulrike Scharf und Josef Kammermeier (von rechts) machen es vor: Medikamente gehören in den Restmüll und nicht in das Abwasser. Bild: ehi

Wasser ist Leben. Damit das so bleibt, werben Umwelt- und Gesundheitsministerin dafür, Medikamente nicht in Toilette und Ausguss zu entsorgen. Denn es gibt Alternativen.

Umweltministerin Ulrike Scharf und Gesundheitsministerin Melanie Huml stellten in Regensburg gemeinsam mit Josef Kammermeier, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Bayerischen Apothekerverbands, die neue bayernweite Infokampagne "Medikamente sicher entsorgen" vor. Ziel ist es, die Verbraucher dafür zu sensibilisieren, dass abgelaufene Arzneimittel nicht über Toilette oder Ausguss entsorgt werden dürfen.

Bisher keine Rückstände

Bis auf einige Ausnahmen können Medikamente problemlos über den Restmüll entsorgt werden, betonte Scharf. "Dort werden sie rückstandslos verbrannt und gelangen nicht in die Umwelt", erklärte sie weiter. Im Abwasser können Medikamente zu einer Schädigung der Gewässer-Organismen führen. "Es geht auch um aktiven Gewässerschutz. Wasser ist unsere Lebensgrundlage Nummer eins", sagte Scharf und gab gleichzeitig Entwarnung: Im bayerischen Grund- und Trinkwasser seien bisher keine nennenswerten Arzneimittel-Rückstände nachgewiesen worden.

Der richtige Entsorgungsweg für Medikamente könne jeder Zeit in den Apotheken erfragt werden, erklärte Kammermeier. Der bekannte Spruch "Zu Risiken oder Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" müsse eigentlich um die Passage "Zur richtigen Entsorgung...", ergänzt werden, scherzte er. In den Apotheken werden alle Arten von Arzneimitteln zur Entsorgung zurückgenommen. Produkte, die nicht in die Mülltonne dürfen, können außerdem bei speziellen Sammelstellen in zum Beispiel Wertstoffhöfen abgegeben werden.

Vorsicht vor Pflastern

Auf ein weiteres Problem wies Huml bei fentanylhaltigen Betäubungsmittel-Pflastern hin. Hier sei besondere Vorsicht angebracht, da Drogenabhängige gezielt medizinische Abfälle nach solchen Pflastern durchsuchen würden. "Sie kochen gebrauchte Pflaster aus, um dem Wirkstoff herauszulösen und ihn sich anschließend zu spritzen", erklärte die Gesundheitsministerin. Laut der Kripo Rosenheim seien neun von 13 registrierten Drogentoten an Fentanyl-Missbrauch gestorben.

Um einen solchen Missbrauch vorzubeugen, sei es außerdem sinnvoll, Medikamente, bevor sie in die Mülltonne geworfen werden, in einem undurchsichtigen Beutel zu verschließen, erklärte Kammermeier: "Das ist schon eine erste Sicherheitsmaßnahme."
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