Ritter Bernoldus wieder da

Große Freude herrschte im Schloss Burgtreswitz bei Fördervereins-Vorsitzendem Peter Garreiss und technischem Leiter Adolf Graf (von links), als Boris Schöbel Ritter Bernoldus nach fast zweijähriger Abwesenheit restauriert zurückbrachte. Bild: gi

Die Bernoldusritter kamen vor rund 800 Jahren nach Burgtreswitz. Nun ist einer von ihnen an seine frühere Wirkungsstätte zurückgekehrt.

Nach fast zweijähriger Abwesenheit ist Ritter Bernoldus wieder in seiner Burg. Die sehr heruntergekommene Rüstung musste komplizierte Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten über sich ergehen lassen. Vor einigen Tagen überreichte Boris Schöbel aus Heumaden, Freund und Gönner der Burg, den von ihm erneuerten Ritter an den Vorsitzenden des Fördervereins Schloss Burgtreswitz, Peter Garreiss, und technischen Leiter Adolf Graf.

Platz im Treppenhaus

Garreiss freute sich, dass Bernoldus künftig einen festen Platz im Treppenhaus im Südflügel einnehmen wird. Jeder Besucher des neuen Saals, dem früheren Rittersaal, im ersten Stockwerk, wird damit künftig an die Zeit der "Traswitzer Rittersleit" erinnert.

Die Bernoldusritter kamen vor rund 800 Jahren nach Burgtreswitz. Sie wurden von den Grafen von Ortenburg-Murach als Ministeriale eingesetzt und beeinflussten ganz stark die Entwicklung des Raums Moosbach, Altentreswitz, Burgtreswitz und Böhmischbruck. Bernoldus, der Stammvater des Rittergeschlechtes, soll an einem Kreuzzug im heiligen Land teilgenommen haben. Der Kreuzzug verwandelte ihn in einen frommen Mann.

Heimgekehrt aus Jerusalem war er Mitbegründer des Hospitalordens in Böhmischbruck. Er schenkte dem Kloster Böhmischbruck zahlreiche Ländereien. Aus dem Geschlecht gingen Mönche (Kloster Reichenbach), Landrichter zu Amberg und Hahnbach sowie Castell hervor. Die Spuren der Treswitzer Ritter verlieren sich im 16. Jahrhundert im Raum Rothenstadt.

Der heimgekehrte Ritter wird nun aber auch darüber wachen, dass die Restaurierungsarbeiten im Schloss bald abgeschlossen werden können. Der Rittersaal ist bereits fertig und trägt die Handschrift der fleißigen Schlossgeister mit Graf und seinen Helfern. Als Meisterleistung gelten hier die Stuckarbeiten an der Decke. Es fehlen nur noch Beleuchtung und Möblierung sowie der Wandbehang mit historischer Landkarte und geschichtlichen Daten. Den Auftrag dafür erhielt Lilo Fischer aus Neustadt.

Die sanitäre Installation in den neuen WC-Anlagen ist bereits erfolgt. Ein Prunkstück wird auch das neue Treppenhaus im Südflügel werden. Der Personenaufzug, er fährt vom Erdgeschoss bis in den Dachraum, ist bereits eingebaut. Die Holzbeläge an den Treppen sind angebracht. Auch das über 300 Jahre alte Granitpflaster, das während der Arbeiten herausgenommen wurde, ist wieder eingelegt.

Barrierefreies Schloss

Der Förderverein legt besonderes Augenmerk auf Barrierefreiheit. Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte können künftig dank des Aufzugs an Führungen teilnehmen.
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