Rot-Grüner Stadtrat will Grunderwerbssteuer zum Teil mitfinanzieren
Münchner Moschee: Ohne Steuergelder geht's nicht

Der Streit um die im Münchner Stadtteil Sendling geplante Moschee ist wieder heftig aufgeflammt. Diesmal geht es ums Geld.

Der türkisch-islamische Verein Ditim, der die Moschee bauen möchte, kann die beim Kauf des Grundstücks am Gotzinger Platz fällige Grunderwerbssteuer nur zum Teil an das Finanzamt überweisen. Den Rest will die Stadt München zahlen. Medienberichten zufolge soll es sich dabei um rund 85 000 Euro handeln.

Gegner des Moschee-Projekts stellen nun nicht nur die Finanzkraft des Vereins infrage, sondern erwarten schon das Aus für das komplette, millionenschwere Bauvorhaben. Auch für die CSU-Opposition im Münchner Stadtrat, die aus ihren großen Bedenken in Sachen Moschee-Bau nie einen Hehl gemacht hat, ist das Thema Grundsteuer eine Steilvorlage: "Sollte die Stadt tatsächlich aus Steuermitteln der Münchnerinnen und Münchner eine Steuerschuld der Ditim beglichen haben, stellt sich schon die Frage, ob das Gesamtprojekt türkisch-islamisches Kulturzentrum überhaupt noch eine Zukunft hat", sagt CSU-Stadtrat Hans Podiuk. Der Kaufpreis für das Grundstück sei zudem auch noch nicht bezahlt.

Eingpass eingeräumt

Ditim räumt einen Engpass ein - "aber wir haben kein ernsthaftes finanzielles Problem", betont Önder Yildiz, Ditim-Vorsitzender. Auch Architekt Walter Höfler bestreitet, dass das Moscheeprojekt an der Geldfrage scheitern könnte.

Finanzieren möchte man die Moschee samt Kulturzentrum durch Spenden und durch den Verkauf der Immobilie in der Schanzenbachstraße. Dort, in einem ehemaligen schmucklosen Möbellager, treffen sich die Gemeindemitglieder derzeit zum Gebet und zum Beisammensein. Diesen Hinterhof möchte Ditim gerne verlassen - um in "ein einladendes, modernes und zeitgemäßes Gebäude" umzuziehen, wie Yildiz sagt.

Doch diese Pläne sorgen schon seit Jahren für Streit: Die in der Initiative "Bürger für Sendling" organisierten Moschee-Gegner finden, das Gebäude passe nicht in die Umgebung, und fürchten gleichzeitig eine große "Zentralmoschee".

Dass die Stadt Ditim bei der Steuerfrage unter die Arme greife, beweise erneut die Sonderbehandlung des Vereins durch die rot-grüne Stadtratsmehrheit, empört sich eine Sprecherin.
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