Rudolf Kraus beklagt dünne Personaldecke in der Oberpfalz - Gerold Mahlmeister folgt als neuer ...
Polizeipräsident gibt "Traumberuf" ab

Gute Laune beim Stabwechsel: Innenminister Joachim Herrmann (Mitte) mit dem scheidenden Oberpfälzer Polizeipräsidenten Rudolf Kraus (links) und Nachfolger Gerold Mahlmeister. Bild: gib
Übereinstimmend lobten die Redner die "große Menschlichkeit", mit der Rudolf Kraus die Oberpfälzer Polizei in den vergangenen fünf Jahren geführt habe. Kraus (60) ging nicht, ohne ein paar vorsichtig kritische Worte zur Personalsituation der Polizei in der Oberpfalz zu äußern. "Mut zu machen ist nicht einfach, wenn auf vielen kleinen Polizeistationen die Aufrechterhaltung des Schichtdienstes wegen der geringen Personaldecke zur täglichen Aufgabe wird."

"I did it my way", spielte das Polizeiorchester Bayern vor rund 180 Gästen aus Polizei, Politik, Justiz, Wirtschaft, Kirchen und Gesellschaft im Spiegelsaal der Regierung der Oberpfalz am Montag. Den "eigenen Weg" des scheidenden Polizeipräsidenten Kraus beschrieb Innenminister Joachim Herrmann so: Mit Mitarbeitern sei er stets "auf Augenhöhe" umgegangen. Gerade die Nachsorge von Einsatzkräften sei ihm ein Anliegen gewesen. Dass sich die 43 Oberpfälzer Dienststellenleiter heimlich für ein Erinnerungsfoto für ihren scheidenden Chef trafen, spreche für sich. Kraus habe dazu beigetragen, dass die Oberpfalz "ein besonders sicheres Stück Bayern" mit einer überdurchschnittlich hohen Aufklärungsquote sei. Mit seiner "verbindenden Art" habe er die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den tschechischen Kollegen vorangetrieben. Als besondere Herausforderungen in der Oberpfalz nannte Herrmann die Bekämpfung von Crystal Meth und der Einbruchskriminalität. Beeindruckt und dankbar für die "ehrliche, menschliche, konstruktive Zusammenarbeit" mit Kraus zeigten sich der Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, der Amberg-Sulzbacher Landrat Richard Reisinger und Polizei-Personalratsvorsitzender Michael Hinrichsen.

"Überwältigt" gab Kraus das Kompliment zurück. "Ein erfülltes berufliches Leben neigt sich für mich nach über 43 Jahren in meinem Traumberuf dem Ende zu", sagte der gebürtige Eichstätter gerührt. Im Ruhestand gibt es neue Aufgaben: Zum einen will er sich verstärkt für den Hospizverein Neumarkt engagieren, zum anderen erwartet der verheiratete Vater einer Tochter seinen ersten Enkel.

Mit Vorschusslorbeeren wurde Gerold Mahlmeister als neuer Polizeipräsident willkommen geheißen. Der Jurist besteche durch "hohes Fachwissen und ausgezeichnete Führungsqualitäten", sagte Herrmann. Mahlmeister, 1956 in Würzburg geboren, arbeitete unter anderem elf Jahre als Polizeivizepräsident in Unterfranken und zuletzt vier Jahre als Leiter des Polizeiverwaltungsamts in Straubing. "Sie sind der richtige Mann", sagte Herrmann. "Es tut gut, so aufgenommen zu werden", sagte Mahlmeister. Als Polizeipräsident dürfe er seine "berufliche Wunschaufgabe" angehen. Von der Polizei erwarte er ein "bürgernahes Auftreten".
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