Rüsten gegen Drohnen

Immer mehr Kameradrohnen werden ohne Kontrolle in den Himmel geschickt - und rufen bei vielen Verunsicherung hervor. Bild: dpa

Flugobjekte über Haftanstalten sind der Alptraum der Sicherheitsbehörden. Der erste Flieger mit Drogen und Handy ist auch bei uns bereits gestrandet. Die Länder wollen nun gegensteuern.

Die Bundesländer wollen den Einsatz von Drohnen bei kriminellen Aktionen aktiv bekämpfen. Eine Staatssekretärsrunde aus den Justizressorts aller Bundesländer soll daher im Mai nach Lösungen suchen, teilte das niedersächsische Justizministerium mit. Aktuell findet eine Länderumfrage zum Umgang mit der Drohnengefahr statt. Dabei soll auch ein Bedarf für neue Regelungen ausgelotet werden.

Hamburger Fall erschreckt

Die deutschen Behörden sind spätestens nach dem Fund einer mit Handy und Drogen beladenen Drohne in einer Hamburger Haftanstalt alarmiert. Der deutsche Sicherheitsexperte Helmut Spahn mahnte im dpa-Interview ein stärkeres Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Risiken an. "Ich glaube, dass es sich um eine wachsende Bedrohung handelt", sagte er. Denkbar wäre auch ein Drohnen-Führerschein oder eine Besitzkarte wie bei Waffen. Einzellösungen führten aber kaum weiter.

Drohnen-Spezialist Sven Manske von der Universität Duisburg-Essen spricht sich für einen gesetzlich vorgeschriebenen Einbau von Elektrogeräten aus, die die Zuordnung der Drohnen zum Eigentümer ermöglichen könnten. In einzelnen Bundesländern wurden "Drone Tracker" als mögliche Abwehrmittel rund um schützenswerte Anlagen wie etwa Justizvollzugseinrichtungen von Herstellern vorgestellt. Diese Geräte sollen den Luftraum mittels Schall, Wärmebild, Tag/Nacht-Kamera und später auch Radar überwachen können.
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