Russische Aufrüstung und Nato-Pläne verschärfen Spannungen - Angst vor Wettrüsten wie im Kalten ...
Neue Raketen, neue Stufe der Eskalation

Kremlchef Wladimir Putins Raketenprojekte sowie eine geplante stärkere Präsenz der Nato im östlichen Teil des Bündnisgebietes haben den Konfrontationskurs zwischen Russland und dem Westen verschärft. Moskau fürchte um seine Sicherheit, sagte am Mittwoch Putin-Sprecher Dmitri Peskow.

Putin hatte angekündigt, in diesem Jahr mindestens 40 neue atomwaffenfähige Interkontinentalraketen zu beschaffen. Nun droht auch die Nato mit weiteren Muskelspielen. US-Außenminister John Kerry warnte Russland vor einem Rückfall in die Zeit des Kalten Krieges. "Das nukleare Säbelrasseln Russlands ist ungerechtfertigt, destabilisierend, und es ist gefährlich", kritisierte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. "Wir antworten." Die Nato erhöhe ihre Präsenz im östlichen Teil des Bündnisgebietes, drohte der Chef der westlichen Allianz. Konkret wollen die USA Kriegstechnik in mehreren osteuropäischen Nato-Staaten in Position bringen, um eine mögliche "Aggression" Russlands zu verhindern. Peskow verurteilte Stoltenbergs Kritik. Putin habe klar gemacht, dass Russland anders als die Nato keine Truppen an seine Grenze verlege. Die Nato aber stationiere Kriegstechnik in Russlands Nähe und wolle damit das strategische Kräftegleichgewicht ändern. "Dies kann nur Besorgnis in Russland auslösen", betonte Peskow.

Ängste vor einem Wettrüsten wie im Kalten Krieg spielte der Kreml herunter. Russland reagiere auf mögliche Bedrohungen, nicht mehr, sagte Putins Berater Juri Uschakow. "Wir sind gegen ein Wettrüsten, denn dies würde unsere eigene Wirtschaft schwächen", betonte er. Putins Aufrüstung sei "unnötig und sicher kein Beitrag zu Stabilität und Entspannung in Europa", kritisierte Außenminister Frank-Walter Steinmeier in "Spiegel Online". Demnach warnte er davor, "in eine beschleunigte Eskalationsspirale der Worte und dann auch der Taten einzutreten". Er forderte von Russland eine konstruktive Haltung. Die europäischen Wirtschaftssanktionen gegen Russland werden unterdessen um sechs Monate bis Ende Januar 2016 verlängert. Das beschlossen die ständigen EU-Botschafter am Mittwoch in Brüssel, wie Diplomaten berichteten. (Seite 8)
Weitere Beiträge zu den Themen: Lea (13792)Weltgeschehen (20753)Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.