Russisches Fischereischiff gesunken - Dutzende Seeleute erfroren oder ertrunken
Eisiges Ende der "Dalnij Wostok"

Bei einem der schwersten Schiffsunglücke in Russland seit Jahren sind 56 Seeleute im eiskalten Wasser vor der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka ums Leben gekommen. Nach dem Untergang eines möglicherweise überladenen Fischtrawlers suchten Flugzeuge und Schiffe am Freitag nach 13 vermissten Seeleuten, wie der Zivilschutz mitteilte.

Es gab aber keine Hoffnung, die Fischer lebend zu finden. Die Suche solle am Samstag fortgesetzt werden, sagte Artur Rez von den Einsatzkräften der Agentur Interfax.

Nach dem Untergang der "Dalnij Wostok" (Ferner Osten) in der Nacht zum Donnerstag konnten 63 der 132 Besatzungsmitglieder gerettet werden. Das Schiff war 300 Kilometer vor der Kamtschatka-Küste gesunken. Das Ochotskische Meer ist dort 200 Meter tief.

Experten vermuten, dass die schwimmende Fischfabrik völlig mit frischem Fang überfrachtet gewesen und deshalb gesunken sein könnte. Nach offiziellen Angaben war die Unglücksursache aber unklar. Ermittelt wird wegen Verstoßes gegen Sicherheitsvorschriften. Das 26 Jahre alte Fischereischiff stammt noch aus sowjetischer Produktion.

Wegen Wassertemperaturen von knapp über Null Grad starben viele Seeleute an Erfrierungen, wie die Behörden mitteilten. An der Rettungsaktion im Ochotskischen Meer waren 2000 Helfer sowie etwa 30 Schiffe und mehrere Flugzeuge beteiligt. Drei Verletzte waren mit Hubschraubern in die fernöstliche Stadt Magadan gebracht worden. Der Unglücksort liegt rund 7000 Kilometer von Moskau entfernt. Zwei Schiffe nahmen mit jeweils 30 Überlebenden Kurs auf das Festland.
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