Sackmann ein "ganz Großer"

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) umarmte in Roding bei der Trauerfeier für den verstorbenen Politiker Markus Sackmann dessen Ehefrau Kristin. Bild: dpa

Schmerzlicher Abschied: Rund 1500 Trauergäste haben dem CSU-Politiker Markus Sackmann die letzte Ehre erwiesen. Fast das gesamte Kabinett war vertreten. Verbände und Vereine bekundeten ihre Trauer.

"Markus Sackmann selbst hat uns Mut gemacht, weil er seine Sterblichkeit angenommen hat", predigte Dekan Holger Kruschina in der Trauerfeier für den in der Nacht zum Freitag gestorbenen CSU-Politiker. Er habe sich den Schwächen gestellt, um Stärken zu gewinnen. Und er habe nicht gescheut, ganz in seiner Berufung aufzugehen und sich unzählige Verdienste erworben. Der Geistliche bedankte sich bei Sackmanns Ehefrau Kristin und den beiden Kindern Victoria und Benedikt, die ihm während seiner Erkrankung ein sicherer Hafen gewesen seien.

"Ich habe inständig gehofft, dass dieser Moment nicht eintreten möge. Aber diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt." Mit Tränen in den Augen stand Ministerpräsident Horst Seehofer am Rednerpult der Stadtpfarrkirche in Roding (Kreis Cham). Er bezeichnete Sackmann als einen "ganz Großen" und einen "Menschenfischer, der begeistern und Gegensätzen ausgleichen konnte". Landtagspräsidentin Barbara Stamm charakterisierte den ehemaligen Staatssekretär als "leidenschaftlichen Sozialpolitiker". Mit Seehofer und Stamm war das bayerische Kabinett zur Trauerfeier gekommen: Finanzminister Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann ebenso wie Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Staatskanzleichef Marcel Huber, Kultusminister Ludwig Spaenle, Gesundheitsministerin Melanie Huml und Europaministerin Beate Merk. Auch Sozialministerin Emilia Müller war unter den Trauergästen.

Große Persönlichkeit

"Wir nehmen Abschied von einer großen Politikerpersönlichkeit unserer Zeit", sagte der Chamer Landrat Franz Löffler. Sackmann hatte, so der Redner, immer eine ganz besondere Beziehung zu den Menschen, in den letzten drei Jahren seiner Erkrankung sei das besonders deutlich geworden. Er habe sich nicht versteckt. Er habe die Menschen teilhaben lassen an seinem unbändigen Kampf gegen den Krebs. "Die Unterstützung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements waren ihm ein Herzensanliegen", fuhr Löffler fort. Deswegen habe Sackmann, unterstützt durch die Ehrenamtskarte, diese "besondere Art der Anerkennungskultur" auf ganz Bayern übertragen. Von der fachlichen Kompetenz und dem Vorbild Sackmanns im Ehrenamt war in den Trauerreden viel zu hören. So auch in den Worten von Walter Zitzelsberger, der für den BRK-Bezirksverband das Wort ergriff, sowie bei Stefan Wissel, Diözesanpräses von Kolping.

Zitzelsberger würdigte Sackmanns Beitrag als Vizepräsident bei der Neuorganisation des Verbandes. Beim Oberpfälzer Kolpingbildungswerk stand Sackmann 18 Jahre im Aufsichtsrat in der Verantwortung. Er habe ein wunderbares Zeichen der Liebe gegeben. Liebe sterbe nicht, und der Himmel sei kein Ort, der weit weg ist - mit diesen tröstenden Worten wandte sich Wissel an die Familie Sackmann, ehe er ein letztes "Treu Kolping!" ausrief.
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