Schäferhündin findet nach Spaziergang qualvolles Ende - Fußspuren und Tatverdächtiger
Wieder ein Giftköder im Feld

Deutschland und die Welt
21.05.2010
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"Der Hund war mein bester Freund und meine Therapie." Weil er stark an Arthrose leide, habe ihm das Laufen "halt gut getan", fügt Max Fraunholz hinzu. Er kämpft mit den Tränen, als er die zweistündigen Todesqualen seiner "Cindy" schildert. Die Mischlingshündin ist nicht der erste Vierbeiner, der in Oberbibrach vergiftet wurde. Diesmal aber gibt es einen Tatverdächtigen, bestätigte die Polizei am Freitag.

In die Trauer über den Verlust des Tieres mischen sich bei der ganzen Familie Wut und Empörung über den heimtückischen Giftleger. Die Kinder hingen an "Cindy" genauso wie die Eltern. Schon als Welpe war sie in die Familie gekommen. "Am 1. Juni wäre sie drei Jahre alt geworden", berichtet Max Fraunholz.

Zuvor hatten schon zwei Nachbarn ihre Hunde auf diese Weise verloren. Es waren nicht die ersten Tiere, die vergiftet wurden, weiß Gabi Fraunholz: "Seit zehn, 15 Jahren geht das schon so!" Am Donnerstag machte sich ihr Mann mit dem Schäferhundmischling wie gewohnt auf zur abendlichen Runde. Den Weg in Richtung "Alter Berg" nahmen die beiden zwei- bis dreimal pro Woche. Diesmal sollte es der letzte gemeinsame Spaziergang sein.

Am Waldrand in der Nähe der Oberhammermühle, etwa auf halber Strecke, entdeckte der 50-Jährige gegen 17 Uhr eine tote Krähe und ließ deshalb den Hund kurz aus den Augen - "nicht länger als ein bis eineinhalb Minuten". Dann bemerkte er, dass "Cindy" im Feld nicht schnüffelte, sondern etwas fraß. Er zog sie sofort weg. Doch da war es schon zu spät. Nach ein paar Metern hatte sie bereits Schaum an der Schnauze und begann zu taumeln.

Umgehend zum Tierarzt

"Weil ich weiß, dass in Oberbibrach immer wieder Tiere vergiftet werden, habe ich gleich versucht, sie zum Erbrechen zu bringen." Vergeblich. Fraunholz rief per Handy seine Frau an, die ihn mit dem Auto abholte. Das letzte Stück bis zur Hauptstraße musste er die Hündin tragen. Der Apfelbacher Tierarzt Christoph Adalbert schaffte es zwar, dass sie den Mageninhalt wieder von sich gab, retten konnte er "Cindy" trotz intensiver Bemühungen aber nicht. Bei dem Köder handelte es sich laut Fraunholz um Reh-Lunge, vermutlich präpariert mit E 605.

Fußspuren gesichert

Am Tatort waren ihm frische Fußabdrücke aufgefallen. Daher erstattete er sofort Anzeige bei der Polizei in Eschenbach und führte die Beamten zu dem Feld. Sie konnten dort auch Schuhspuren sichern.

Fraunholz hatte den Polizisten einen Verdächtigen genannt, den er in ihrer Begleitung auch schnell ausfindig machte. Größe und Profil der Schuhe, die der Mann dabei trug, hätten genau mit den Spuren im Feld übereingestimmt, so der Oberbibracher. Die Polizei hielt sich unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen mit Auskünften bedeckt. Bestätigt wurde am Freitag auf Nachfrage nur, dass es einen Tatverdächtigen gibt. Sachdienliche Hinweise nimmt die Inspektion Eschenbach unter Telefon 0 96 45/9 20 40 entgegen.
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