Schäuble: Frist für Athen steht

Im griechischen Schuldendrama deutet sich in letzter Minute ein Kurswechsel der neuen Regierung in Athen an - wenige Tage vor Ablauf eines Ultimatums der europäischen Partner des pleitebedrohten Landes. Athen will heute einen Antrag für die Verlängerung des aktuellen Hilfsprogramms bei der Euro-Gruppe beantragen. Bisher wurde dies von der neuen griechischen Regierung strikt abgelehnt.

"Wir untersuchen die Möglichkeiten einer Verlängerung des Kredite-Abkommens", erfuhr dpa aus Kreisen der Regierung am Dienstagabend. Das Sparprogramm gelte aber nicht, hieß es weiter. Was das bedeute, wollten die Regierungsquellen in Athen nicht sagen. Damit blieb die entscheidende Frage zunächst offen, ob Athen auch bereit ist, die bisher vereinbarten Auflagen der internationalen Geldgeber zu akzeptieren. Griechischen Medien zufolge strebt Athen eine Verlängerung um sechs Monate - also bis Ende August - an.

In dem mit dem Machtwechsel in Athen Ende Januar ausgebrochenen Streit verlieren die europäischen Partner zunehmend die Geduld. "Am 28., 24 Uhr, is over", stellte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Dienstag. Die Ankündigung eines neuen Hilfsantrages wollte er am Abend in den ARD-"Tagesthemen" nicht näher kommentieren. Athen müsse etwas "Verlässliches, Belastbares" vorlegen, "sonst macht das ganze keinen Sinn", forderte er.
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