Schäuble schließt Ausstieg aus der Euro-Zone nicht mehr aus - Bundesbürger: Athen verhält sich ...
Griechenland-Austritt "aus Versehen"?

Im Schuldendrama um Griechenland wächst mangels greifbarer Fortschritte die Nervosität. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schließt einen versehentlichen, unfallartigen Austritt ("Graccident") aus der Euro-Zone nicht mehr aus. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker sagte am Freitag am Rande von Krisengesprächen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, er sei unzufrieden mit den Entwicklungen in den vergangenen Wochen.

Lediglich Tsipras selbst gab sich betont optimistisch. Griechenland sei bereits dabei, die für die Verlängerung des europäischen Hilfsprogrammes vereinbarten Verpflichtungen zu erfüllen: "Wir erledigen unseren Teil, und wir erwarten, dass unsere Partner ihren Teil beitragen." Zuvor hatte allerdings Schäuble deutlich gemacht, dass er auch einen ungeplanten Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone für denkbar hält.

Nach Einschätzung von EU-Währungskommissar Pierre Moscovici käme ein sogenannter Grexit einer "Katastrophe" gleich. "Wenn ein Land diese Union verlässt, werden die Märkte umgehend die Frage stellen, welches Land als nächstes dran ist, und das könnte der Anfang vom Ende sein", sagte der Franzose.

Das Verhalten der griechischen Regierung stößt auch in der deutschen Bevölkerung auf massive Kritik, 80 Prozent halten es für "unseriös". 52 Prozent der Bundesbürger sind mittlerweile gegen einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone - im Februar waren es 41 Prozent, so das "ZDF-Politbarometer".
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