Schlechte Luft für Vermieter

Die fristlose Kündigung der Wohnung des Düsseldorfer Rauchers Friedhelm Adolfs muss neu überprüft werden. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch entschieden.

Die Richter hoben ein Urteil des Düsseldorfer Landgerichts wegen Rechtsfehlern auf und verwiesen den Fall zur erneuten Verhandlung und Aufklärung des Falls zurück. Das Landgericht hatte es im Juni als "schwerwiegenden Pflichtverstoß" bewertet, dass der Witwer nicht gelüftet und seine vollen Aschenbecher nicht geleert habe. Damit habe er die Geruchsbelästigung im Flur sogar gefördert, hieß es. Seine Vermieterin hatte dem Raucher 2013 die Wohnung gekündigt. Als Grund nannte sie die unzumutbare Belästigung der Nachbarn durch Zigarettenqualm im Hausflur.

Nach Adolfs Etappensieg gegen seine fristlose Kündigung kann der Kettenraucher nach Überzeugung des Düsseldorfer Mietervereins mit einem erfolgreichen Rechtsstreit rechnen. "Ich vermute, dass die Kündigung am Ende zurückgenommen werden muss", sagte der stellvertretende Geschäftsführer Michaelo Damerow am Mittwoch. Die Karlsruher Richter hatten entschieden, dass die Kündigung der Wohnung des Düsseldorfer Rauchers wegen Rechtsfehlern neu überprüft werden muss.

Raucher am Pranger

Nach Ansicht Damerows stehen die Raucher nicht zuletzt auch durch den Fall Adolfs immer stärker in der Kritik: "Rauchende Mieter sind in der Gesellschaft zunehmend umstrittener, die Anfragen nehmen zu."

Dagegen sieht der Eigentümerverband Haus & Grund nach der BGH-Entscheidung keine eingeschränkten Rechte von Wohnungsbesitzern. "In der Sache wurde durch den BGH keine Entscheidung getroffen", sagte Alexander Wiech, der Sprecher von Haus & Grund Deutschland, auf Anfrage. "Es haben sich dadurch keine Gewichte verschoben."
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