Schmidt: Bauern vor "holpriger Wegstrecke"

Bauern haben es nach wie vor schwer. Vielen reicht der Hof nicht zum Leben, an Nachwuchs mangelt es. Die Bundesregierung hält die Branche für zukunftsfähig - sieht sie aber auch auf schwere Zeiten zusteuern.

Das Höfesterben in der deutschen Landwirtschaft hat sich in den vergangenen vier Jahren etwas verlangsamt - aber nur noch knapp jeder zweite Bauer kann in erster Linie von seinem Hof leben. Das sind die zentralen Ergebnisse des neuen Agrar-Berichts der Bundesregierung, den Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) am Mittwoch in Berlin vorstellte. Der Agrar-Bericht wird alle vier Jahre vorgelegt.

Demnach gab es 2013 bundesweit rund 285 000 Agrar-Betriebe, etwa 14 100 weniger als bei der vorigen Zählung 2010. Das entspricht einer jährlichen Abnahme um 1,6 Prozent - zuvor hatte die Rate über viele Jahre im Mittel bei drei Prozent gelegen. 2013 kamen auf jeden Betrieb im Durchschnitt 59 Hektar Land, nach 56 Hektar im Jahr 2010. Deutlich verringert hat sich den Daten zufolge aber die Zahl der kleineren Betriebe mit einer Fläche bis 100 Hektar. Dennoch bewirtschaften immer noch sieben von zehn Bauern weniger als 50 Hektar Land.

Auch die Zahl der Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, geht zurück. Im Haupt- und Nebenerwerb waren es 2013 noch 1,02 Millionen Menschen. Die Zahl der Auszubildenden in Agrarberufen verringerte sich von 2012 auf 2013 um 3,3 Prozent auf 33 660. Schmidt sieht die Branche dennoch zukunftsfähig, "schon allein deswegen, weil wir 2050 neun Milliarden Menschen auf der Welt sein werden", sagte er.

Bei den Gewinnen je Unternehmen gab es im Wirtschaftsjahr 2013/14 einen leichten Zuwachs von 1,4 Prozent. Zulegen konnten vor allem die Milchbetriebe (+31,6%) - allerdings nach schwierigen Vorjahren, wie Schmidt betonte. Im Ackerbau gingen die Gewinne deutlich zurück (-19,8%). Schmidt befürchtet, dass sich "die fetten Jahre" nicht wiederholen dürften: "Ich sehe eine holprige Wegstrecke." (Kommentar)
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