Schon immer die Zukunft im Blick gehabt

Die Gründung der EDV-Schulen Wiesau vor 32 Jahren war eine bemerkenswert vorausschauende Entscheidung. Bislang mehr als 1000 Absolventen haben die Zukunftsfähigkeit unserer Region erheblich gestärkt.

Wiesau. Dabei konnten die "Gründungsväter" doch noch gar nichts vom heute so gefürchteten demografischen Wandel oder vom Fachkräftemangel in der IT-Branche wissen. Doch genau diesen negativen Entwicklungen - gerade in der nördlichen Oberpfalz - wirken die EDV-Schulen seit drei Jahrzehnten erfolgreich entgegen. Mehr als 1000 Schüler wurden bisher ausgebildet. Viele davon haben eigene Firmen gegründet oder sind in Führungsrollen bei bekannten Unternehmen tätig.

Mit dem Leuchtturmprojekt EDV-Schulen Wiesau wurde in der Tat ein Kreislauf in Gang gesetzt: Schulen und Wirtschaft stützen und befruchten sich seitdem wechselseitig. IT-Unternehmen suchen heute mehr denn je Softwareentwickler, Administratoren und IT-Berater. Die EDV-Schulen "liefern" qualifizierte Fachkräfte, die sehnlichst erwartet werden: "Fast 100 Prozent unserer Absolventen erhalten sofort einen Arbeitsplatz", weiß EDV-Schulen-Chef Dr. Hermann Körner. "Unser Aushängeschild ist die praxisbezogene Ausbildung. Wir wollen den Betrieben einen Absolventen anbieten, der nach kurzer Einarbeitungszeit selbstständig Arbeiten erledigen kann und wirtschaftlich denkt."

Zu Recht stolz ist er auf zwei besondere Schmankerln, die seine Schule bieten kann: SAP- und CISCO-Ausbildung. "So können wir die Firmen in unserer Region, die mit SAP arbeiten, mit Nachwuchskräften versorgen. SAP-Ausbildung dürfen sonst nur Universitäten anbieten." Das zweite Pfund, mit dem er wuchern kann, ist ein eigenes CISCO-Labor am Beruflichen Schulzentrum (CISCO ist der führende Hersteller von hochwertigen Netzwerkkomponenten).

Wer übrigens glaubt, IT-Berufe sind etwas für Nerds und eigenbrötlerische Einzelgänger, die sich die Nächte mit Programmieren und Red Bull um die Ohren schlagen, liegt völlig schief. "IT-Berufe sind überwiegend kommunikative Berufe", betont Dr. Körner. "Man muss sich für einen Auftrag zunächst mit dem Kunden zusammensetzen, und in einem Pflichtenheft klären, was genau der Kunde braucht. Danach ist man mit drei bis zehn Leuten in einer Projektgruppe - da wird Teamwork ganz groß geschrieben."

Das letzte, was seine Schüler einmal in ihrem Beruf erwartet, ist Langeweile. "IT-Berufe zählen zu den spannendsten und abwechslungsreichsten Berufen. Das liegt an der rasanten Entwicklung der Technologie. Es gibt immer wieder neue Entwicklungen und Themen. Das erfordert natürlich eine lebenslange Fortbildung. Wer IT nicht zugleich als Hobby hat, ist da am falschen Platz." Doch auch das "Hobby" IT kann im Unterricht zusätzliche Motivationsspritzen gebrauchen. Dies gelingt mittels Programmier-Projekten, die tatsächlich von Vereinen und Einrichtungen der Region genutzt werden können.

Bei so viel guten Aspekten bleibt eigentlich nur ein Wermutstropfen, gegen den die Schule wie viele andere Einrichtungen mehr oder weniger erfolglos ankämpft: "Dass IT-Berufe nur was für Jungs sind, ist nur schwer aus den Köpfen zu kriegen", beklagt Dr. Körner. "So sehr wir uns auch bemühen, der Mädchenanteil verharrt zwischen 10 und 20 Prozent."

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.edv-schulen-wiesau.de
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