Schwarzer Humor
Angemerkt

Es ist der Satz des Tages: Den Zubau erneuerbarer Energien, den die Planer von Amprion in ihrem Szenario annehmen, bezeichnet das bayerische Wirtschaftsministerium "als ambitioniert". Schwarzer Humor der Staatsregierung? "Wenn man in Bayern die Akws abschaltet, ist das kein kosmetischer Schnitt", warnt Ingenieur Peter Barth. "Es entsteht eine Stromlücke von 50 Prozent."

Ambitioniert wäre nach dem Todesstoß gegen die Windenergie durch die 10-H-Regelung und die faktische Vollbremsung beim Photovoltaik-Ausbau durch das neue EEG bereits ein homöopathischer Zuwachs an Sonnen- und Windenergie. Die Große Koalition hat eine saubere Industrie, die auch nach Ansicht des Amprion-Technikers konkurrenzlos günstig ist und in den USA und China boomt, ausgeknipst.

Dass die Amprion-Gesellschafter RWE und die institutionellen Anleger wirtschaftlich gut damit leben können, wenn die Kohlekraftwerke noch zwei Jahrzehnte gutes Geld verdienen, ist nachvollziehbar. Wo der Nutzen Bayerns liegt, das eigene erneuerbare Potenzial zu ersticken, erschließt sich nicht. Ob es gereicht hätte, um die Lücke zu schließen, wird sich nicht mehr klären lassen.

juergen.herda@derneuetag.de
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