Schweiger gegen Scheuer

Die "Menschen bei Maischberger" am Dienstag (von links): Wirtschaftsjournalist Roland Tichy, ARD-Moderatorin Anja Reschke, Sandra Maischberger, CSU-Generalsekretär Andreas Scheurer und Sevim Dagdelen (Die Linke). Til Schweiger war live zugeschaltet. Bild: WDR/Max Kohr
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Deutschland und die Welt
20.08.2015
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Til Schweiger ist nicht auf den Mund gefallen. In der Sendung von Sandra Maischberger geriet er mit dem CSU-Generalsekretär wüst aneinander. Unterdessen gibt es Zweifel an einem Geschäftspartner des Schauspielers, der sich für Flüchtlinge engagieren will.

(dpa/epd) Schweiger (51) hat in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" den CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer attackiert. "Sie gehen mir auf den Sack, echt", sagte Schweiger am Dienstagabend zu dem Politiker. Dieser hatte Schweigers Vorschlag, den Solidaritätszuschlag zur Finanzierung von Flüchtlingsunterkünften zu nutzen, als "albern" bezeichnet.

In der Sendung diskutierten die Gäste zum Thema Flüchtlinge. Schweiger hatte sich dazu in den vergangenen Wochen mehrfach zu Wort gemeldet und angekündigt, ein "Vorzeige-Flüchtlingsheim" in Osterode am Harz errichten zu wollen.

Hilfspläne für Osnabrück

Auf Scheuers Nachfrage, wann die geplante Einrichtung an den Start gehe, reagierte Schweiger gereizt. "Ich find' das so geil, Ihren süffisanten Blick, weil Sie mich jetzt vorführen wollen", sagte er. Da sich die Verhandlungen zwischen dem Besitzer der ehemaligen Kaserne in Niedersachsen und dem Land noch hinziehen werden, dauere es noch etwas, bis er seinen Plan in die Tat umsetzen könne, erklärte Schweiger.

Mit einer Stiftung, die der Schauspieler gründen möchte, will der 51-Jährige in der Zwischenzeit ein anderes Flüchtlingsheim unterstützen. "Um nicht untätig rumzusitzen, gehe ich mit meiner Stiftung nach Osnabrück", kündigte er an. Er kann sich vorstellen, einer dortigen Landesaufnahmestelle zu helfen. Dort "werden wir Sachen machen wie WLAN, eine Rad-Werkstatt und eine Holzwerkstatt", kündigte Schweiger an. Um diese Vorhaben umzusetzen, werde die Stiftung "viel Kohle einsammeln", auch er selbst werde sich mit einem größeren Geldbetrag beteiligen. Dem Beirat der Stiftung sollen Schweiger zufolge unter anderem der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und der Schauspieler Jan Josef Liefers angehören.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) bewertet unterdessen den Einsatz Schweigers für das mögliche Flüchtlingsheim in Osterode im Harz als sehr konkret. Er habe Schweiger am Montag in Hamburg getroffen, sagte Pistorius am Dienstag in Hannover. Der Minister bestätigte zugleich, dass das umstrittene Unternehmen "Princess of Finkenwerder" nicht als Betreiber der möglichen Erstaufnahmeeinrichtung in Betracht komme. Die Firma hatte Teile der ehemaligen Osteroder Rommel-Kaserne im vergangenen Jahr für 160 000 Euro erworben und ist seit Donnerstag vergangener Woche auch im Grundbuch als Besitzer eingetragen. Die Gespräche mit "Princess of Finkenwerder"-Geschäftsführer Wolfgang Koch über eine mögliche Nutzung der Osteroder Kaserne laufen seit dem Frühjahr.

"Princess" im Zwielicht

Die Verhandlungen über eine Anmietung des Areals durch das Land gingen weiter, sagte Pistorius. "Jetzt wird sich zeigen, ob wir mit Koch zusammenkommen", sagte der Innenmininster. Die Kreditwürdigkeit Kochs wolle er nicht bewerten. Zuletzt hatten der NDR und "Die Welt" Zweifel an der Bonität von "Princess of Finkenwerder" geäußert. Der Geschäftsführer sei zudem verschuldet gewesen und habe mehrfach Ärger mit dem Gerichtsvollzieher gehabt. Nach NDR-Recherchen könnte es sich bei dem Unternehmen um eine sogenannte Briefkastenfirma handeln.
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