Schwere Vorwürfe von Zschäpe-Verteidiger im NSU-Prozess
"Dilettantische" BKA-Ermittler

Einer der Verteidiger von Beate Zschäpe hat im Münchner NSU-Prozess zwei Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) scharf kritisiert und ihnen "Dilettantismus" vorgeworfen. Dabei lieferte sich Rechtsanwalt Wolfgang Stahl am Mittwoch auch lautstarke Wortgefechte mit dem Vorsitzenden Richter Manfred Götzl. Der warf dem Verteidiger Suggestivfragen an die Ermittler vor, was der Anwalt empört zurückwies.

"Nicht offen befragt"

Die beiden BKA-Beamten hatten als Zeugen vor Gericht berichtet, wie sie kurz nach dem Auffliegen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" im November 2011 einen Zwickauer Taxifahrer vernahmen. Er habe ihnen gesagt, Zschäpe ein halbes Jahr zuvor zum Bahnhof gebracht zu haben. Stahl kritisierte daraufhin, die beiden Polizisten hätten ihre Vernehmung erst Wochen später schriftlich niedergelegt und ihren Zeugen zudem "nicht offen" befragt: "Man fragt sich, ob das Ergebnis nicht schon vorher feststand."

Zschäpe muss sich im NSU-Prozess für zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und eine Serie von Überfällen mit rechtsextremistischem Hintergrund verantworten.
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