Schweres Zugunglück bei Freihung fordert mindestens ein Todesopfer - 21 Verletzte, ein ...
Personenzug kollidiert mit Militärlaster

(san/tos/räd) Ein Toter und 21 Verletzte, vier davon mittelschwer, sind die Bilanz eines schweren Zugunglücks am Donnerstagabend. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz rammte ein Regionalexpress gegen 22 Uhr an einem Bahnübergang bei Freihungsand nahe Freihung (Kreis Amberg-Sulzbach) einen Schwertransport der US-Armee.

Laut Polizeisprecher Albert Brück wollte der Sattelzug, der ein Militärfahrzeug transportierte und in dem zwei Personen saßen, in der Nähe des Unternehmens Quarzsand Strobel einen Bahnübergang überqueren. Dabei blieb er hängen. Unmittelbar danach ging bereits die Schranke herunter und der aus Nürnberg kommende Personenzug rammte den Sattelschlepper. Im Zug waren laut Polizei bis zu 50 Menschen.

Feuer brach aus

Durch die Wucht des Aufpralls fingen beide Fahrzeuge Feuer. Entgegen ersten Meldungen gab es offenbar keine Explosion. Die Zugmaschine wurde abgerissen und 300 Meter mitgeschleift. Dann kam der Zug zum Stehen. Ein Mann im Lkw starb, der zweite wurde verletzt. Unklar ist das Schicksal des Lokführers, der am frühen Freitagmorgen noch vermisst wurde. Der Führerstand des Zuges und die Fahrerkabine brannten aus.

Sofort nach der Kollision auf der vielbefahrenen Bahnstrecke nach Weiden kam es zu einem Großeinsatz von Bundes- und Landespolizei sowie 185 Feuerwehrleuten aus den Landkreisen Neustadt/WN und Amberg-Sulzbach und 80 BRK-Einsatzkräften. Ferner waren zwei Rettungshubschrauber aus Regensburg und Nürnberg sowie ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Die Feuerwehr bekam das Feuer schnell in den Griff.

In einem Aufenthaltsraum der Firma Strobel wurde eine provisorische Sammelstelle eingerichtet und die Verletzten erstversorgt. 16 Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, zwei Schwerverletzte per Hubschrauber ausgeflogen. Kurz nach Mitternacht machte sich der Amberg-Sulzbacher Landrat Richard Reisinger vor Ort ein Bild von den Rettungsarbeiten. Reisinger zeigte sich erschüttert. Der Landrat lobte die reibungslose Zusammenarbeit aller Rettungskräfte. Die Bahnstrecke war gesperrt. Ein Unfallgutachter war noch in der Nacht vor Ort. Die Polizei befragte den verletzten Mitfahrer im Lkw, es gab aber noch keine näheren Angaben zur Unfallursache.
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