Schwierige Gründung der Bayerischen Bereitschaftspolizei im Jahr 1951 - Schon damals zahlreiche ...
Es fehlte fast alles

Ein junger Staat mit vielen Problemen, aber ohne vernetzte Sicherheitsstrukturen. So sah die Bundesrepublik nach ihrer Gründung im Jahr 1949 aus. Der Bund verfügte über keine eigenen Polizeikräfte, die die innere Sicherheit hätten garantieren können. Die Bundesländer waren Träger der Polizeihoheit. Sie waren aber durch ihre geringe Stärke, dezentrale Struktur und die Fülle der Aufgaben nicht in der Lage, Not- und Krisenzeiten zu stemmen. In Bayern erarbeiteten ehemalige Polizeioffiziere 1951 bei einer Tagung in Traunstein erste Lehrpläne für die Ausbildung der Polizei und wählten auch Führungskräfte aus. Am 5. Januar ordnete das Staatsministeriums des Innern die Bildung der "Landesstelle für die Bayerische Bereitschaftspolizei" an. Untergebracht war sie im Gebäude der Bayerischen Grenzpolizei in München.

Fast 16 000 Männer (Frauen wurden noch nicht eingestellt) bewarben sich auf 2000 bis 2500 Stellen. Zu einer Zeit, in der nahezu alles fehlte: Führungspersonal, Unterkünfte, Büroausstattung, Bekleidung und natürlich Geld. Dennoch begannen schon im Mai die ersten Lehrgänge.

Erste Hundertschaft

Die eigentliche Geburtsstunde schlug am 3. August 1951 in Rebdorf bei Eichstätt, als dort die ersten Anwärter für die 1. Bereitschaftspolizeihundertschaft (BPH) und die 4. Bereitschaftspolizeistabshundertschaft BPH (St) der I. Bereitschaftspolizeiabteilung (BPA) eintrafen.

Zeitsprung: Am 1. September 1990 erfolgte der Dienstantritt der ersten Hundertschaft (27. BPH) in Sulzbach-Rosenberg. In der Chronik heißt es 1990: "Die VII. BPA ist die finanziell aufwendigste Dienststelle, die in der bisherigen Bayerischen Polizeigeschichte geplant und ausgeführt wurde. Optimale Ausbildungsstätten und Wohnbereiche sind das sichtbare Ergebnis. Durch die Ansiedlung einer Außenstelle der Beamtenfachhochschule - Fachbereich Polizei - Fürstenfeldbruck hat die neue BPA eine Doppelfunktion hinsichtlich der polizeilichen Ausbildung übernommen.

Ein weiterer Meilenstein dann im Jahr 2000: Das Projekt Fahrsimulator wurde auf den Weg gebracht. In Zusammenarbeit mit namhaften Firmen aus der Wirtschaft entstand in Sulzbach-Rosenberg ein Schulungszentrum, in dem es möglich war, Einsatzfahrten so realitätsgetreu wie möglich am Computer darzustellen, um Auszubildende und Ausbilder zu schulen. So wurde nach langer Planung letztendlich in einer umgebauten Halle in Sulzbach-Rosenberg im Jahr 2003 der europaweit modernste Fahrsimulator der Bayerischen Bereitschaftspolizei übergeben. (räd/aha)
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