Seehofer-Besuch: China hält an Atom-Strom fest

Ministerpräsident Horst Seehofer hat in Peking Bekanntschaft mit dem chinesischen Blick auf die deutsche Energiewende gemacht. Chinas Wissenschaftsminister Wan Gang lobte die deutsche Energiepolitik am Donnerstag einerseits höflich als "Erfolgsmodell" - und machte andererseits deutlich, dass sein Land an der Atomkraft festhält: "Das ist eine gute Technologie."

Die deutschen Milliardensubventionen für die erneuerbaren Energien findet Wan zu teuer: "Wenn man die erneuerbaren Energien fördert, muss man rechtzeitig aussteigen." Nach drei oder fünf Jahren sollten die Subventionen beendet werden. Wan ist mit den deutschen Verhältnissen gut vertraut. Er hat in Deutschland studiert und war zehn Jahre bei Audi in Ingolstadt tätig.

China wolle den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion bis 2030 von 10 auf 20 Prozent verdoppeln, sagte er. Derzeit produzieren Kohlekraftwerke in China 67 Prozent des Stroms. Seehofer sieht beim Ausbau sauberer erneuerbarer Energien denn auch Geschäftsmöglichkeiten für bayerische Firmen: "Wir wollen Ihnen helfen", sagte der CSU-Chef und nannte Siemens sowie den Baukonzern Bögl.

Völlige Übereinstimmung herrschte in Sachen Fußball. Mitglied der Delegation ist unter anderem FC Bayern-Altstar Paul Breitner. Der deutsche Rekordmeister hat in China viele Fans und würde gern ein eigenes Büro in China eröffnen. Wan outete sich als Fan: "Ich schaue die Spiele öfter", sagte er. Die Bundesliga wird auch in China übertragen.
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