Seekabel als Strombrücke nach Norwegen - Niedersachsen und Thüringen fordern Machtwort Merkels
"NordLink" setzt Bayern unter Zugzwang

Deutschland und Norwegen werden künftig durch ein großes Seekabel verbunden und sollen sich gegenseitig mit Strom versorgen. Am Dienstag wurde im norwegischen Haugesund ein Vertrag für den Bau des 623 Kilometer langen Gleichstrom-Seekabels "NordLink" unterzeichnet, mit dem beide Länder durch die Nordsee überwiegend Ökostrom austauschen wollen. Die Investitionen sollen bei 1,5 bis 2 Milliarden Euro liegen. Da Deutschland im Norden oft zu viel Strom produziert, könnte dieser dank der Strombrücke künftig in Norwegen genutzt werden. Bei Flauten in Deutschland könnten wiederum Wasserkraftwerke in Norwegen Strom produzieren und nach Deutschland transportieren.

Eine Zukunftsvision ist zudem, dass überschüssiger Ökostrom aus Deutschland per "NordLink" in großen Mengen in Pumpspeicherkraftwerken gespeichert wird - und so in Norwegen große Ökostrom-Akkus entstehen. Durch das "NordLink"-Kabel können bis zu 1400 Megawatt Strom fließen, das entspricht der Leistung eines Atomkraftwerks. Die Leitung soll 2020 fertig sein.

Mit Großprojekten wie "NordLink" dürfte der Druck auf Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zunehmen, der sich beim verabredeten Netzausbau bislang querstellt. Neben dem "NordLink" soll der 800 Kilometer lange "SuedLink" von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg und Bayern das Herzstück der Energiewende. Doch welche der Trassen nach Bayern kommen soll ist weiter unklar.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil forderte ein Machtwort von Kanzlerin Angela Merkel. "Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung und die Kanzlerin sehr klar sagen, wo es lang gehen soll", so Weil. Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich bei Merkel über die Energiepolitik der CSU in Bayern beschwert. (Seite 8)
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