Seit vier Wochen läuft Rückbau im Park-Theater
Neues Drehbuch fürs alte Kino

So sieht es derzeit im Park-Theater aus. Aus den ehemals drei Kinosälen wurde ein einziger großer Raum, in dem der leicht abfallende Boden aufgefüllt und komplett neu hergestellt werden muss. Natürlich kommt wieder Parkett hinein, das gut zum Charakter des rund 80 Jahre alten Gebäudes und zur Holzvertäfelung der Wände passt. Hier wird sich künftig der Gastraum befinden, während im Hintergrund, wo einst die Leinwand von Park 2 hing, die offene Küche samt Front-Cooking angesiedelt wird. Bilder: Steinbacher
Amberg. (ath) Einer der letzten Filme, die im Park-Theater flimmerten, hieß "Frau Müller muss weg". Das war eine Komödie, auf die jetzt keine Tragödie folgt, aber ein Neustart. Allmählich öffnet sich der Vorhang für die neue Zukunft des alten Gebäudes. Arbeitstitel: "Das Kino muss weg, ein Restaurant kommt her" - samt Erlebnischarakter.

Klar, erlebt haben die Besucher hier an der Franziskanergasse früher auch schon viel - alles, was Hollywood jahrzehntelang zu bieten hatte. Die Kost dazu freilich war zwar typisch, aber einseitig: Popcorn und Cola. Davon wird die künftige Nutzung des denkmalgeschützten Bauwerks weit entfernt sein. Der neue Hauseigentümer Michael Fellner kündigt schon mal so etwas wie Front- und Show-Cooking in einem ganz eigenen Stil und Ambiente an - etwas, das Amberg in dieser Form bisher noch nicht habe.

Weiter lässt er sich noch nicht in die Karten schauen - auch den bereits gefundenen Betreiber nennt er vorerst nicht -, was nach seiner Auskunft aber nur an der derzeit ausstehenden Baugenehmigung liegt. Die ist beantragt und, wie Fellner aus Vorgesprächen mit dem in seiner Sache sehr kooperativen Bauamt weiß, wohl nur eine Formsache. Zumal Baureferent Markus Kühne selbst eine innovative Idee ins Spiel gebracht hat, die Fellner prompt umsetzen will. Weil sie mehr als charmant ist und dem künftigen Restaurant und diesem Teil der nördlichen Altstadt zusätzliche Attraktivität verleiht.

Speisen am Vils-Plateau

Der Bereich vor dem Park-Theater soll nämlich zur Vils hinunter geöffnet werden. Das heißt, die jetzt ziemlich hohe steinerne Ufer-Brüstung verschwindet etwa auf der Breite des alten Kinos. Dadurch kann auf Höhe der Straße direkt neben dem Gehsteig ein Plateau über der Vils gebaut werden. Hier sitzt man dann quasi auf dem Fluss bzw. einem Teil davon und kann mit Blick zur Martinskirche dinieren. Bei entsprechender Illumination am Abend auf stilvollen Holzbohlen, die es dann passend zum Vils-Charakter schon sein müssten, wie Michael Fellner schwärmt, wäre das eine romantische Ergänzung zum Restaurantbetrieb.

Seit rund vier Wochen läuft nun der Rückbau im Park-Theater. Er sieht so aus, dass vor allem die zwei kleineren Vorführsäle (einstmals Park 1 und Park 3) verschwunden sind. Ihre Mauern wurden bereits entfernt, so dass sich mit dem ehemals größten Kino Park 2 eine einzige große Fläche öffnet. Hier wird sich sozusagen der Gastraum befinden, auch wenn dieses Wort für das neue Konzept etwas altmodisch klingt.

An der Stelle der Bühne, wo früher die Leinwand des größten Saals hing, wird die offene Küche beziehungsweise der Bereich Show-Cooking hinkommen. Die noch intakte hochwertige Holzvertäfelung der Innenwände bleibt laut Fellner als kleine Erinnerung ans Kino unangetastet. Sonst aber ist nach seinen Worten nicht daran gedacht, den Charakter eines Ex-Lichtspielhauses zu erhalten oder gar als "Motto" einzubringen.

Foyer als Gästeempfang

Was sich baulich nicht groß verändere, sei der Eingangsbereich. Er soll weiter als Foyer und Empfangsraum für die Lokalbesucher dienen. Einen großen Teil des Innenausbaus macht Michael Fellner mit seinem Schreinereibetrieb in Massenricht selbst. Aber auch Maurer, Putzer und Spengler sind gefragt, um das alte Kino voraussichtlich bis Februar/März nächsten Jahres in ein Restaurant zu verwandeln.
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