Separatisten sprechen von "zahlreichen Gefangenen und vielen Toten" - Friedensabkommen so gut ...
Ukraine verliert Schlacht um Debalzewo

Nach monatelangen Gefechten haben die Separatisten die ostukrainische Stadt Debalzewo weitgehend eingenommen. Damit schwindet wenige Tage nach dem Minsker Gipfel so gut wie jede Hoffnung auf Frieden in der Kriegsregion. "Nur ein paar Wohnviertel sind noch übrig, dann haben wir den Ort völlig unter Kontrolle", sagte Separatistensprecher Eduard Bassurin am Dienstag. Er sprach von "zahlreichen Gefangenen und vielen Toten". Beide Seiten warfen sich vor, die Waffenruhe nie eingehalten zu haben.

Die ukrainische Regierung bestätigte die weitgehende Einnahme der Stadt. "Straßenkämpfe dauern an", teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Aufständischen setzten Artillerie und Panzer ein. Regierungstreue Einheiten seien im Einsatz, um den Gegner aufzuhalten. Die prowestliche Führung warf den Aufständischen den Bruch der Vereinbarungen von Minsk vor. Debalzewo mit etwa 25 000 Einwohnern ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Separatistengebiet. Dort sollen seit Tagen Tausende Soldaten eingekesselt sein.

Vor der Einnahme der Stadt hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Telefonat mit den Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, noch "konkrete Schritte" besprochen, um eine Beobachtung der Lage in Debalzewo durch die OSZE zu ermöglichen. Am Abend forderte der UN-Sicherheitsrat einstimmig die Konfliktparteien zur sofortigen Einhaltung der Waffenruhe auf. (Kommentar)
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