"Sie hat endlich Frieden"

Die Musikerin und Schauspielerin Bobbi Kristina Brown (rechts, mit ihrem Pflegebruder Nick Gordon) ist tot. Die Tochter der Sängerin Whitney Houston starb am Sonntag im Alter von 22 Jahren in einem Hospiz in der Nähe von Atlanta. Am 31. Januar war sie leblos in einer Badewanne gefunden worden. Seitdem lag sie im Koma. Bild: dpa

Bobbi Kristina Brown, die Tochter von Whitney Houston, lag monatelang im Koma. Jetzt ist sie im Alter von 22 Jahren gestorben. Noch immer ist unklar, warum sie vor einem halben Jahr leblos in einer Badewanne lag.

Die Familie nahm seit Wochen Abschied. Am Sonntag nun starb Bobbi Kristina Brown in einem Hospiz in Duluth bei Atlanta, USA. Sechs Monate zuvor war sie leblos in einer Badewanne gefunden worden, seitdem hatte sie das Bewusstsein nie richtig wiedererlangt. Ungeklärt ist noch immer, wie es zu dem Unglück kommen konnte - drei Jahre, nachdem ihre Mutter reglos in einer Badewanne gefunden worden war. "Bobbi Kristina Brown ist im Kreise ihrer Familie gestorben", hieß es in einer Erklärung der Familie, aus der amerikanische Medien zitierten. "Sie hat endlich Frieden in den Armen Gottes gefunden. Wir möchten noch einmal allen für die große Liebe und die Unterstützung in den vergangenen Monaten danken."

Gewalt, Alkohol, Drogen

Die Öffentlichkeit hatte regen Anteil genommen - nicht nur an den bizarren Streitereien um eine junge Frau im Koma, sondern am ganzen Leben Bobbi Kristinas. 1993 wurde sie als Kind zweier Musik-Ikonen geboren: Whitney Houston hatte ein Jahr zuvor mit "I Will Always Love You" ein musikalisches Denkmal geschaffen. Und Vater Bobby Brown hatte mit "My Prerogative" einen Kultsong. Kindheit und Jugend des Einzelkindes wurden von der Alkohol- und Drogensucht der Mutter und der Gewalttätigkeit des Vaters überschattet. Houston versuchte immer wieder ein Comeback, hatte aber nie so viel Erfolg wie zuvor. Die Ehe endete in einem langen Streit, bevor sie 2007 schließlich geschieden wurde. Da war Bobbi Kristina 14 Jahre.

Der Schock kam kurz vor der Grammy-Verleihung 2012. Whitney Houston wurde leblos in der Badewanne eines Hotels in Beverly Hills gefunden. Der Tod mit 48 - ein Schock. Die Obduktion ergab, dass Houston im viel zu heißen Wasser ertrunken war, im Blut fand sich ein Mix aus Drogen und Medikamenten. Bobbi Kristina hatte den Tod der Mutter nie überwunden. Sie war oft mit ihr gereist, auch in Beverly Hills war sie dabei. Sie erlitt mehrere Nervenzusammenbrüche. Halt suchte sie in der Familie und bei Nick Gordon. Der junge Mann lebte schon seit Jahren bei den Houstons, beide sollen verlobt gewesen sein. Gordon soll Bobbi aber auch geschlagen und 11 000 Dollar (etwa 9930 Euro) von ihr genommen haben. Er fand sie Ende Januar in der Badewanne.

Öffentlicher Streit

Es folgte ein Streit: Die Familien Houston und Brown und auch Gordon zofften sich erst hinter den Kulissen, dann öffentlich und schließlich über ihre Anwälte. Zugleich ging es Bobbi Kristina immer schlechter. Vor einem Monat wurde sie in ein Hospiz verlegte. Aber warum lag die junge Frau überhaupt reglos in der Wanne? Das ist nach wie vor unklar - und ein Fall für die Polizei. Dabei geht es zum Beispiel um Blutergüsse, die niemand so recht erklären kann. Vier Tage zuvor hatte sie als Beifahrerin einen Verkehrsunfall - Grund für die Verletzungen? Oder für eine spätere Bewusstlosigkeit? Die Leiche soll nun obduziert werden.
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