Sind Teddy & Co. sicher ? Hilfreiche Tipps für den Spielzeug-Kauf
Kräftig am Auge zerren

Schnüffeln, zerren, fühlen: Wenn Eltern Spielsachen für ihr Kind aussuchen, sollten sie keine Hemmungen haben. "Zerren Sie ruhig an den Augen des Teddys, so fest wie Sie können. Gehen die ab, bekommen Sie keinen Ärger, sondern der Hersteller", sagt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale.

Denn die Hersteller müssen dafür sorgen, dass von ihrem Spielzeug keine Gefahr für Kinder ausgeht. Verlassen sollten sich Eltern darauf jedoch nicht.

Möchten Eltern beim Kauf von Stofftier, Funkauto oder Babyklötzen möglichst sichergehen, sollten sie auf Qualitätssiegel achten und ihre Sinne nutzen. Eine grobe Orientierung gibt zunächst das "CE"-Zeichen, das für "Communautée Européenne" steht. Der Hersteller verpflichtet sich damit selbst, die wesentlichen Anforderungen der geltenden EU-Richtlinien einzuhalten - überprüft wird das allerdings nicht.

Mit gutem Gefühl kaufen können Eltern Spielsachen mit dem "GS"-Zeichen. "GS" bedeutet "geprüfte Sicherheit" - das Spielzeug wurde dann von einer unabhängigen Prüfstelle untersucht.

Noch mehr Aussagekraft haben der Verbraucherzentrale Hamburg zufolge die Zeichen "TÜV PROOF" vom TÜV Rheinland beziehungsweise das LGA-Qualitätszertifikat der Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA).

Die Experten prüfen dafür nicht nur, ob gefährliche Chemikalien enthalten sind, sondern auch, wann ein Spielzeug anfängt zu brennen oder ob sich die Batterien zu stark erwärmen.

Das Zeichen "Textiles Vertrauen" weist bei Teddys und Puppen auf eine Schadstoffprüfung hin. Für strombetriebenes Spielzeug gibt es das "VDE"-Zeichen vom Verband der Elektroingenieure, der die Einhaltung der Normen prüft.

Vor allem den Spielspaß hat der Arbeitsausschuss "Spiel gut" im Blick. Bei der Vergabe des orangefarbenen "spiel gut"- Zeichens werden aber auch Qualität und Umwelteigenschaften überprüft. Seit 2005 erhält nur noch PVC-freies Spielzeug das Siegel. Da es sich bei fast allen Prüfzeichen um freiwillige Zertifikate handelt, sind sie nur auf ausgewählten Spielsachen zu finden.

Allein darauf verlassen können sich Eltern also nicht. Deswegen müssen sie das Spielzeug in die Hand nehmen: "Riechen Sie dran. Wenn es unangenehm oder auffällig riecht, würde ich es zurückstellen", rät Rainer Weiskirchen, Sprecher der LGA in Nürnberg.

Mit den Händen gilt es zu prüfen, ob spitze Ecken und scharfe Kanten Verletzungen verursachen können. Außerdem ist es gut, wenn sich Spielsachen leicht reinigen lassen. Ein prüfender Blick gilt auch der Verpackung. "Sind darauf Informationen zum Hersteller und zum Material zu finden?", fragt Dirk Petersen. Fehlen die Angaben, sollte der Verkäufer sie nachliefern können.
Weitere Beiträge zu den Themen: 12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.