Soldaten und Zivilisten im Kampf gegen Ebola
Tausende wollen helfen

Transportflugzeuge der Bundeswehr sollen medizinisches Material in die senegalesische Hauptstadt Dakar bringen. Bild: dpa

Die Hilfe für die Ebola-Opfer kommt in Gang: Auch Tausende Soldaten und Zivilisten aus Deutschland wollen den Kampf gegen die Epidemie unterstützen. Die G7-Staaten planen eine Rettungskette für Helfer, die sich in Afrika infizieren.

Rund 4500 Bundeswehrsoldaten und Zivilisten haben sich innerhalb von drei Tagen freiwillig für die Hilfe in den westafrikanischen Ebola-Gebieten gemeldet. Das sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Donnerstag bei ihrem Irak-Besuch in Erbil. Etwa 70 Prozent der Freiwilligen kämen aus der Bundeswehr oder seien Reservisten, bei 30 Prozent handele es sich um Zivilisten.

Unter den Freiwilligen seien Ärzte, Techniker und Logistiker. Die sieben großen Industrienationen (G7) wollen eine Art Rettungskette für internationale Helfer aufbauen, die sich in Westafrika mit dem Ebola-Erreger infizieren. Helfer sollen eine Garantie bekommen, bei einer Infektion ausgeflogen und behandelt zu werden.

Die G7-Staaten USA, Kanada, Großbritannien, Japan, Frankreich, Italien und Deutschland äußerten sich "zutiefst besorgt". Die Epidemie müsse eingedämmt werden, ohne die betroffenen Länder zu isolieren. Am Donnerstagnachmittag war bei den Vereinten Nationen ein Spitzentreffen geplant. Die USA wollen 3000 Militärs in das am schlimmsten betroffene Liberia entsenden.

Hilfsflüge aus Deutschland

Eine Transportmaschine der Bundeswehr startete am Donnerstag vom Flughafen Köln/Bonn zu einem ersten Ebola-Hilfsflug nach Westafrika. Die Maschine hatte nach Angaben eines Luftwaffen-Sprechers rund fünf Tonnen Material wie etwa Stiefel, Handschuhe und Desinfektionsmittel an Bord. Der Airbus sollte die Hilfsgüter nach Dakar bringen. In der senegalesischen Hauptstadt plant die Bundeswehr einen Lufttransportstützpunkt. Von dort aus soll später eine Luftbrücke nach Monrovia in Liberia eingerichtet werden.

Zu drastischen Maßnahmen bei der Bekämpfung der Epidemie hat die Regierung von Sierra Leone gegriffen: Sie stellte weitere Landesteile mit etwa zwei Millionen Menschen unter Quarantäne. Trotz solcher Maßnahmen breitet sich das Virus in Westafrika weiter rasch aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation kamen bisher mehr als 2900 Menschen ums Leben, darunter 208 Ärzte und Pfleger. Am stärksten betroffen sei Liberia mit 1677 Todesfällen, gefolgt von Guinea (635) und Sierra Leone (597). Die Gesamtzahl der registrierten Infizierten ist auf 6263 gestiegen.
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