Sonderkommission soll bei der Aufklärung helfen
Polizei tappt nach Anschlag im Dunkeln

Ein Hakenkreuz ist in Vorra an einer Hauswand zu sehen. Über Nacht hatten im Ortskern des Dorfes im Kreis Nürnberger Land ein ehemaliger Gasthof, ein nahe gelegenes Wohnhaus sowie eine Scheune gebrannt. In die Gebäude sollten in der kommenden Woche Asylbewerber einziehen. Bild: dpa
Bei der Aufklärung der Brandanschläge auf fast bezugsfertige Flüchtlingsunterkünfte im mittelfränkischen Vorra tappen die Ermittler weiter im Dunkeln. Bislang gebe es keine neuen Erkenntnisse, teilte die Polizei in Nürnberg am Samstag mit. Sie hoffe nun vor allem auf Hinweise aus der Bevölkerung. Am Vormittag verteilten Beamte in dem Ort Handzettel und Fahndungsplakate, auf denen die Ermittler um Mithilfe bei der Suche nach den Tätern baten.

Unbekannte hatten am späten Donnerstagabend einen als Flüchtlingsunterkunft umgebauten Gasthof samt Scheune sowie ein frisch renoviertes Wohnhaus in Brand gesteckt. Auf einem Nebengebäude sprühten die Unbekannten eine Naziparole sowie zwei Hakenkreuze.

Eine 20-köpfige Sonderkommission soll den Brand aufklären. Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken in Nürnberg mitteilte, wurde zudem eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Die örtliche Pfarrgemeinde kündigte unterdessen für Sonntag einen Gedenkgottesdienst in Vorra an. Mann wolle damit ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen, kündigte der evangelische Pfarrer Björn Schukat an. Bereits für den Samstag planten Bürger kleinere Solidaritätsaktionen. Schukat sagte, er rechne damit, das einige Bürger dann ihre Betroffenheit am Tatort zum Ausdruck bringen wollen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.