Sonnenfinsternis-Brillen sind Mangelware
«Leider alles schon verkauft»

Ohne spezielle Schutzbrille sollte man auf gar keinen Fall in die Sonne gucken, da die Netzhaut verbrennen kann, warnen Augenärzte. Bild: dpa
München/Regensburg. (dpa/lby) Die Sonnenfinsternis über Deutschland naht - und die dringend empfohlenen Schutzbrillen für das außergewöhnliche Naturschauspiel sind Mangelware. «Man bekommt nur noch vereinzelt Brillen in den Geschäften», sagte der Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes des bayerischen Augenoptikerhandwerks, Hans Hopf, am Dienstag in Regensburg auf dpa-Anfrage.

Stichproben in Münchner Geschäften bestätigen dies: «Leider alles schon verkauft», so der einhellige Tenor. Manche hoffen noch auf Nachlieferung, doch auch größere Lieferanten sind nach Angaben des Innungsverbandes ausverkauft. Selbst im Internet wird es knapp für Menschen, die das Spektakel am Freitag unbedingt verfolgen wollen. «Aktuell sind alle Schutzbrillen vergriffen», heißt es etwa beim Internet-Händler Amazon.

War die totale Sonnenfinsternis 1999 wochenlang Dauerthema, ging dieses Mal der Ansturm auf die Brillen erst vor wenigen Tagen richtig los. «Das kann durchaus sein, dass man das ein bisschen unterschätzt hat», sagte Hopf. Einzelne Geschäfte hätten rechtzeitig größere Mengen an Schutzbrillen bestellt. «Andere haben sich wahrscheinlich gar nicht auf das Thema eingestellt.» Ohne spezielle Schutzbrille sollte man allerdings auf gar keinen Fall in die Sonne gucken, da die Netzhaut verbrennen kann, warnen Augenärzte. Eine normale Sonnenbrille reiche keinesfalls aus.

Ruß-Scherben oder Bierflaschen: Keine Alternative zu Sofi-Brillen

Mit rußgeschwärzten Glasscherben, superdunklen Sonnenbrillen oder schwarzer Folie - wer für die Sonnenfinsternis am Freitag keine Schutzbrille ergattert hat, denkt über Alternativen nach. «Ich wurde schon gefragt, ob man eine Bierflasche vors Auge halten kann, weil die ja auch braun ist», sagte der Direktor der Augenklinik der TU München, Chris Patrick Lohmann, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Die ernüchternde Botschaft der Augenärzte: Keine gute Idee! Keine Sonnenfinsternis ohne Schutzbrille, auch wenn diese fast überall ausverkauft sind.

Wer sich nicht richtig schützen kann, sollte also nicht geradewegs in die Sonne blicken. Sonst könne es passieren, dass man einen Schaden an der Netzhaut erleide, erklärte Lohmann. Wichtig sei nicht nur der Filter, sondern auch der Seitenschutz, da das Sonnenlicht oft viel stärker sei, wenn es von Glas oder weißen Wänden reflektiert werde - deswegen auch die breiten Pappbügel der Sofi-Brillen. «Ich würde mich nicht neben eine weiße Hauswand stellen, sondern zum Beispiel auf eine Wiese; das grüne Gras reflektiert das Licht nicht», sagte der Augenarzt.

Wer das Himmelsspektakel dennoch annähernd live miterleben will, sollte sein Handy mitnehmen und filmen. Auf dem Display könne man die Sonnenfinsternis gefahrlos ansehen. Allerdings: Keinesfalls durch den Sucher einer Digitalkamera blicken.