Spaenle sieht schwarz

Weitere Hochschulen auf dem Land wird es nicht geben. Gleichlautenden Forderungen aus ländlichen Räumen hat Minister Ludwig Spaenle eine Absage erteilt. Unterdessen studieren an bayerischen Universitäten und Technischen Hochschulen so viele junge Leute wie noch nie.

Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle hat Forderungen nach Hochschulausgründungen zur Stärkung strukturschwacher Regionen eine Absage erteilt. "Ich sehe die Entwicklung der Hochschulstandortlandschaft als abgeschlossen", sagte er zum Start des Wintersemesters in München. Diese Maßnahme der Strukturpolitik sei "als strategisches Instrument überholt". Zuletzt hatte sich vor allem die Stadt Marktredwitz Hoffnungen gemacht.

Neues Netz

Laut Spaenle geht der Weg hin zu selbstständigen wissenschaftlichen Zentren, an denen mehrere Hochschulen mitwirken. Deshalb sei geplant, in den Regionen Bayerns ein "engmaschiges Netz von Wissenschaftsangeboten" zu spannen. Grundlage dafür sei ein wissenschaftsgestütztes Struktur- und Regionalisierungskonzept, das den Ausbau von Hochschulangeboten vorsehe und das thematisch passend in das jeweilige regionale Umfeld implantiert werden solle. Dafür habe Bayern in den kommenden zwei Jahren 75 Millionen Euro eingeplant.

Indes dauert der Zustrom an die Hochschulen unvermindert an. Zu Beginn des Wintersemesters seien 367 700 Studierende immatrikuliert, knapp 12 000 mehr als vor einem Jahr. "Ein Allzeithoch", so Spaenle.

Trotz eines leichten Rückgangs der Studienanfänger um rund 300 auf 66 500 werde die Zahl der Studierenden wohl noch bis etwa 2025 auf diesem Niveau bleiben. Auf die Zuwächse habe der Freistaat seit 2008 mit der Schaffung von zusätzlich 50 000 Studienplätzen und 4200 Stellen für wissenschaftliches Personal sowie der Bereitstellung von 175 000 Quadratmetern an Flächen reagiert.

Die weitere Finanzierung sei gesichert. 2015 sollen die Ausgaben von 4,77 auf 4,92 Milliarden Euro steigen. Zusätzlichen Spielraum schaffe die vollständige Übernahme der BaFöG-Kosten durch den Bund.
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