Späterer Dachausbau: Option bereits beim Hausbau bedenken und entsprechend planen
Dem Himmel ein Stück näher

Dachgeschosse können ab einer Dachneigung von 20 Grad ausgebaut werden, erläutert der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln. Den besten Komfort bieten Dächer mit einer Neigung von 35 Grad, denn dann ist meist gewährleistet, dass genügend Wohnraum mit einer Höhe von 2,30 Metern zur Verfügung steht. Bei einer Dachneigung ab 50 Grad kann es eine zweite Wohnebene geben.

Dämmung vorbereiten

Gut dran sind Bauherren, die schon bei der Planung ihres Hausbaus einen eventuellen Dachausbau in der Zukunft einkalkulieren. "Von der späteren Nutzung hängt viel ab, zum Beispiel die Statik und die Dämmung des Daches", erklärt Dietrich Kabisch, Berater beim Bauherren-Schutzbund (BSB). Soll das Dach zum Wohnen genutzt werden, muss die Holzkonstruktion größere Lasten aufnehmen können als im unausgebautem Zustand. Das lässt sich im Nachhinein nur schwer und mit großem finanziellen Aufwand nachholen. Auch an eine Trittschalldämmung ist zu denken.

All das wirkt sich auf die Statik des Dachs und Hauses aus. Kabisch empfiehl, schon vor Baubeginn mit einem Planer durchzugehen, welche Nutzung später gewünscht und möglich ist und wie hoch die Kosten ausfallen.

Viele Bauherren heben sich diesen Ausbau für später auf. "In so einem Fall sollten sie den Ausbau gleich im Zuge des Neubaus komplett energetisch planen und genehmigen lassen und am besten gleich die äußere Hülle in einem Guss dämmen sowie alle Installationen unters Dach ziehen lassen", rät Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren. "Sonst fangen sie in drei Jahren wieder an, die Decke aufzustemmen und Wände zu durchbrechen."

Eigentlich benötigen nicht ausgebaute Dächer keine Dämmung. Für Häuser mit Kaltdächern ist die Dämmung der obersten Geschossdecke ausreichend. Sollte aber später der Wunsch bestehen, sich doch länger im obersten Geschoss aufzuhalten, kann man schon beim Bau des Hauses die Dämmung des Dachs vorbereiten. "Die Holzsparren müssen so ausgelegt sein, dass sie später die Dämmung aufnehmen können", erklärt Kabisch. "Statt 18 Zentimeter Sparrenhöhe ohne Dämmung sind 22 Zentimeter für die Dämmung notwendig."

Treppe planen

Gut beraten sind Bauherren, wenn sie gleich eine Treppe einplanen. Die normale Einstiegsluke von 0,60 mal 1,20 Meter, die für Kaltdachräume ausreichend ist, ist für eine Wohnnutzung ungeeignet.

Ob ein Ausbau überhaupt möglich ist, hängt aber nicht nur von den baulichen Voraussetzungen ab. "In den Landesbauordnungen sind die Mindesthöhen von Aufenthaltsräumen in Dachgeschossen geregelt, die für einen Ausbau zu Wohnzwecken gegeben sein müssen", erklärt Christian Anders vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks. "Sie liegen zwischen 2,20 und 2,40 Meter." (dpa)
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