Sparkurs: Deutsche Bank streicht 25 000 Stellen

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Milliardenverlust, historischer Dividendenausfall, Jobabbau: Die Deutsche Bank fährt unter ihrem neuen Chef John Cryan einen harten Sparkurs. Das neue Management will die Bank umkrempeln. An der Börse kommen die Pläne nicht gut an.

Mit drastischen Einschnitten will John Cryan die Deutsche Bank wieder in die Erfolgsspur führen: Tausende Mitarbeiter verlieren ihren Job, das Auslandsnetz wird ausgedünnt, die Aktionäre müssen erstmals in der Nachkriegsgeschichte auf eine Dividende verzichten - und das gleich für zwei Jahre in Folge.

"Wir haben uns klare Ziele gesteckt, an denen wir uns messen lassen", sagte der neue starke Mann des Konzerns bei seinem ersten öffentlichen Auftritt am Donnerstag in Frankfurt. An der Börse überzeugte Cryans Plan nicht: Die Aktie verlor im Tagesverlauf bis zu acht Prozent.

Konzernweit will die Deutsche Bank künftig mit gut 25 000 Stellen weniger auskommen - etwa einem Viertel weniger als die zuletzt über 100 000. Der größte Teil davon entfällt indes auf die Postbank, von der sich der Branchenprimus trennen will. Dies allein verringert den Mitarbeiterstamm des Deutsche-Bank-Konzerns um etwa 19 000 Vollzeitkräfte, weitere 1000 kommen durch die Trennung von weiteren kleineren Geschäftsbereichen hinzu.

Im Mutterhaus der Deutschen Bank werden unter dem Strich 9000 Arbeitsplätze abgebaut; gestrichen werden 14 000 Jobs, denen aber rund 5000 Neueinstellungen an anderen Stellen gegenüberstehen. Allein im deutschen Heimatmarkt fallen per Saldo 4000 Stellen fort. Noch der alte Vorstand hatte im April beschlossen, bis Ende 2017 etwa 200 der 700 eigenen Filialen zu schließen. Dies werde vor allem Ballungsräume treffen, erklärte der neue Privatkundenchef Christian Sewing.

Mitarbeiter zahlen Zeche

Die Fokussierung auf Personalabbau und Filialschließungen sei das falsche Signal, bemängelte Konzernbetriebsratschef Alfred Herling: "Denn damit drängt sich der Eindruck auf, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun die Suppe auslöffeln müssen, die ihnen das Top-Management früherer Jahre mit Schadensersatzzahlungen und Abschreibungen in schwindelerregender Höhe eingebrockt hat." Seit 2012 musste die Bank rund 12 Milliarden Euro für Verfehlungen wie Zinsmanipulationen und fragwürdige Hypothekengeschäfte zahlen. (Seite 17)
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