SPD-Chef kündigt Kampf um Kanzlerschaft an - Kein Wort zur eigenen Rolle
"Jeder ist schlagbar"

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel. Bild: dpa
Nach Zweifeln in der SPD an der Notwendigkeit eines eigenen Kanzlerkandidaten hat sich Parteichef Sigmar Gabriel kämpferisch gezeigt. "In einer Demokratie ist jeder schlagbar", sagte Gabriel der "Bild"-Zeitung. "Die SPD wird einen Kanzlerkandidaten aufstellen und um die Kanzlerschaft kämpfen", kündigte der Bundeswirtschaftsminister an. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hatte die Notwendigkeit eines eigenen Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2017 in Zweifel gezogen, weil Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kaum zu schlagen sei.

Aus Sicht Gabriels zeigt sich in diesen Tagen die Schwäche des Koalitionspartners bei wichtigen politischen Themen. "Der Streit über Europa zwischen Angela Merkel und Wolfgang Schäuble, die Weigerung, statt Betreuungsgeld mehr für Ganztagsschulen und Kitas zu tun oder der immer wiederkehrende Versuch, die Energiewende zu stoppen", argumentierte Gabriel. Die SPD trete mit einem Zukunftsprogramm an. Der SPD-Vorsitzende betonte, ein Mitgliederentscheid über den Kanzlerkandidaten 2017 sei durchaus möglich: "Dafür bräuchte es dann aber mehr als nur einen Kandidaten. Damit beschäftigen wir uns Ende 2016." Seine eigene Rolle ließ er offen. In Umfragen liegt die SPD weiter mit großem Abstand hinter der Union von Kanzlerin Merkel. (Seite 8)
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